Grüne Branche

Nachgehakt bei Landgard: Was denn nun – regional oder international?

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Mit dem Beitritt der ersten fünf Mitgliedsbetriebe aus China und Vietnam hat Landgard nach eigenen Angaben den Grundstein für die Internationalisierung der Erzeugerstruktur gelegt. Gleichzeitig soll mit den Konzepten „Deutsche Gärtnerware“ und „Deutschland schmeckt“ die Wertigkeit regionaler Produkte in den Fokus gerückt werden. Liegt hier nicht ein Widerspruch?

Die TASPO hat deshalb nachgehakt bei Armin Rehberg, Vorstandsvorsitzender von Landgard, ob und wie sich regional und international miteinander vereinbaren lassen:

Landgard legt besonderen Wert auf heimische Produkte und Erzeuger,  gleichzeitig folgt nun eine Internationalisierung. Liegt hier nicht ein Widerspruch?

Mit unserer Vision „Landgard ist die moderne und erfolgreiche Erzeugergenossenschaft für Blumen und Pflanzen sowie Obst und Gemüse in Deutschland“ haben wir ein klares Bekenntnis zum Anbau und zur Vermarktung von deutschen Erzeugnissen in den Bereichen Obst und Gemüse sowie Blumen und Pflanzen abgegeben. Das ist der Kern unserer Erzeugergenossenschaft.

Gleichzeitig haben wir den Anspruch, unseren Kunden ganzjährig das gesamte Sortiment an deutscher und internationaler Ware anbieten zu können. Aufgrund der verschiedenen Anbau- und Saisonzeiten können wir uns daher im globalisierten 21. Jahrhundert nicht auf Deutschland beschränken. Und genau deswegen brauchen wir – zusätzlich zum umfangreichen Warenangebot unserer heimischen Erzeuger – auch den internationalen Warenbezug, um unsere Sortimente zu erweitern und abzurunden.

Und wenn die internationalen Waren dann auch noch von Mitgliedern der Erzeugergenossenschaft stammen, stärkt das Landgard als Ganzes. Davon profitieren letztlich alle. Somit sind der Fokus auf heimische Erzeuger und deren Produkte sowie die Internationalisierung unserer Erzeugerstruktur kein Widerspruch, sondern zwei Seiten der selben Medaille.

Wo liegen die Gründe für die Internationalisierung? Handelt es sich hier lediglich um eine Sondererscheinung für Obst und Gemüse, oder gilt diese ebenso für Blumen und Pflanzen?

Die Gründe für die Internationalisierung liegen, wie oben beschrieben, in der sinnvollen Ergänzung und Abrundung des umfangreichen Warenangebotes der deutschen Erzeuger, um die Nachfrage unserer Kunden ganzjährig bedienen zu können. Die ersten fünf Erzeugerbetriebe aus China und Vietnam, die ihre Beitrittserklärungen im Rahmen der Fruit Logistica unterzeichnet haben und ihre Ware künftig als Mitglieder der Landgard eG vermarkten werden, markieren dabei eine wichtige Etappe für den asiatischen Bereich.

Diese Entwicklung stellt aber keine Sondererscheinung für Obst und Gemüse dar, sondern gilt auch für den Bereich Blumen und Pflanzen. Landgard bezieht bereits jetzt Blumen und Pflanzen auch von ausländischen Mitgliedern der Erzeugergenossenschaft. Ein Beispiel dafür ist Dänemark, wo Landgard seit Ende 2013 knapp 60 dänische Mitgliedsbetriebe hinzugewinnen konnte, die das Angebot für unsere Kunden gerade im Bereich Minipflanzen erweitern.

Weitere Länder, in denen die Erzeugergenossenschaft Landgard bereits mit Mitgliedsbetrieben zusammenarbeitet, sind die Niederlande und Italien. Für das Schnittblumensegment ist darüber hinaus auch der afrikanische Bereich zu nennen.

Wie werden Regionalisierung und Internationalisierung aus Sicht der Landgard gewichtet?

Der Wunsch nach Regionalität ist einer der Megatrends der Gegenwart. Landgard entspricht diesem Trend durch das klare Bekenntnis zu deutschen Erzeugern und deren Produkten. Um diese Basis nachhaltig zu stärken, engagiert sich Landgard mit Konzepten wie „Deutschland schmeckt“ im Bereich Obst und Gemüse sowie „Deutsche Gärtnerware“ und der Teilnahme am Regionalfenster-Programm im Bereich Blumen und Pflanzen gezielt für deutsche Erzeuger.

Die Internationalisierung unserer Erzeugerstruktur ermöglicht es uns, das Warenangebot für unsere Kunden je nach Saison oder Artikel sinnvoll auszubauen und ganzjährig zu sichern. Somit tragen sowohl die Regionalisierung als auch die Internationalisierung dazu bei, die Erzeugergenossenschaft Landgard zu stärken.