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Nachhaltig Torf gewinnen: RPP-Zertifikat

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Premiere: Zum ersten Mal wurde das niederländische RPP-Zertifikat „Responsibly Produced Peat“ für nachhaltigen Torfabbau an zwei deutsche Unternehmen gleichzeitig verliehen. Die Torfproduzenten Griendtsveen aus dem Saterland und das Torf- Humuswerk Gnarrenburg nehmen damit eine Vorreiterrolle in Deutschland ein, andere Produzenten wollen nun nachziehen.

Durch das RPP-Zertifikat gilt der Torfabbau in der Griendtsveen AG als besonders nachhaltig. Foto: Griendtsveen AG

Niederländische Initiative zertifiziert nachhaltigen Torfabbau

Auch wenn es sich bei RPP um eine niederländische Initiative handelt, war das Projekt von Beginn an zur Schaffung eines internationalen Zertifizierungssystems für den Markt torfbasierter Kultursubstrate angelegt.

Das Zertifizierungsverfahren RPP ist auf Initiative der niederländischen Regierung entwickelt worden: Als Stiftung organsiert, haben verschiedene Mitglieder aus Umweltverbänden, Wissenschaftler sowie Vertreter aus dem Gartenbau und der Torfindustrie die Zertifizierungskriterien festgelegt.

Torfgewinnung, Klimaschutz und Erhalt der Artenvielfalt Hand in Hand

Durch die Arbeit der Stiftung soll die Torfgewinnung künftig Hand in Hand mit dem Erhalt der Artenvielfalt und dem Klimaschutz gehen.  Das Zertifikat basiert auf einer Studie der Universität Wageningen, welche die Unverzichtbarkeit des Rohstoffs Torf für den Gartenbau belegt hat.

Damit zukünftig lebende Moore trotzdem geschützt werden, dürfen ausschließlich vorgeschädigte – bereits trocken gelegte Moore – für den Torfabbau genutzt werden. Außerdem müssen die Flächen nach dem Abbau wieder vernässt und zu lebenden Mooren renaturiert werden. So entstehen aus zuvor stark degenerierten „toten Mooren“ über den Umweg Torfabbau wieder funktionierende Ökosysteme.

Griendtsveen und Torf- und Humuswerk Gnarrenburg

Die Griendtsveen AG, die Torf und Ton an die Erden- und Champignondeckerden-Industrie liefert, erhielt das Zertifikat für seine 285 Hektar umfassende Torfabbaufläche im niedersächsischen Naturschutzgebiet Esterweger Dose/Habichtsweg.

Die Torf- und Humuswerk Gnarrenburg GmbH, das zur Compo-Gruppe gehört, wurde für seine Standorte Steinfeld (rund 127 Hektar) und Augustendorf-Barkhausen (rund 144 Hektar) zertifiziert.

Deutsche Substrathersteller wollen sich auch zertifizieren lassen

Auch einige deutsche Substrathersteller wollen sich von dieser unabhängigen Stiftung aus Umwelt- und Torfexperten zertifizieren lassen, um das Vertrauen von Öffentlichkeit, Handel und Politik für sich zu gewinnen und überzeugend darzustellen, wie verantwortungsvoll die Branche mit dem unentbehrlichen Rohstoff Torf umgeht.

Mehr zum Zertifikat RPP erfahren Sie im Video.