Grüne Branche

Nachhaltigkeit als neues Ziel

Wie der Friedhof der Zukunft aussehen kann, damit beschäftigte sich ein Kreativseminar Anfang Mai in Weimar. Konkret ging es um die Fragen, wie es gelingen kann Friedhöfe attraktiver zu machen, dauerhaft zu finanzieren und einen ökologischen Beitrag zu leisten. 

Ein Spaziergang durch den Weimarer Ilmpark führte die Seminargruppe auch vorbei an Goethes Gartenhaus mit Blumenbeeten. Das Haus ist auf der nächsten Seite zu sehen. Foto: R. Höfers

Der Beitrag fasst einige Vorträge zusammen. „Nachhaltigkeit als neues Ziel“, unter diesem Motto begrüßten Gerhard Richter und Christoph Keldenich die Teilnehmer des Kreativseminars „Zukunftswerkstatt Friedhofskultur – Nachhaltigkeit beim Friedhof“ am 3. und 4. Mai in Weimar. Richters Atelier für Freiraumplanung (Freising) und die Verbraucherinitiative Aeternitas (Königswinter) veranstalteten das Seminar gemeinsam. Unter den rund 30 Teilnehmern waren vor allem Friedhofsverwalter, aber auch Bestatter, Friedhofsgärtner und Unternehmer privater Bestattungsangebote.

Definition von Nachhaltigkeit

Dem Wald nur so vie Holz entnehmen, wie nachwachsen kann: diesen „forstlichen“ Nachhaltigkeitsbegriff hat vor 300 Jahren der sächsische Oberberghauptmann Carl von Carlowitz geprägt.
Heutzutage beschreibt Nachhaltigkeit ein Gesamtkonzept mit dem Kerngedanken: Auf lange Sicht darf die Weltgemeinschaft nicht auf Kosten zukünftiger Generationen leben, so Christoph Keldenich, Vorsitzender von Aetrenitas.

Nachhaltigkeit sei ein gewisses Modewort. Keldenich definierte den häufig benutzten Begriff: „Nachhaltigkeit ist ein Ziel menschlichen Handelns, das davon ausgeht, Generationsgerechtigkeit herzustellen, also Bedürfnisbefriedigung zu erreichen, ohne die nachfolgende Generation zu schädigen.“ Einer Enquete- Kommission des Deutschen Bundestages zufolge ist Nachhaltigkeit aus den Komponenten ökologisch, ökonomisch und sozial geprägt. In politischen Überlegungen gehe es meist um Ökologie und Ökonomie. Soziokulturelle Aspekte und die Bedürfnisse der Menschen heute kommen in der Debatte um Nachhaltigkeit oft zu kurz, so Keldenich weiter. Für den Kulturraum Friedhof seien vier Punkte zu erledigen:

  • Aufgaben auflisten nach den Fragen: was sollen wir ändern, was wollen wir bewahren?,
  • Festschreiben der Ziele und Wege in einer Entwicklungsplanung,
  • Orientieren an Leitbildern,
  • Vorbilder schaffen und Nachahmer animieren.

Ein Friedhof sei erst dann nachhaltig, wenn nicht mehr über seine Nachhaltigkeit nachgedacht werden müsse. Lesen Sie mehr dazu in der Juli-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 11.