Grüne Branche

Nachhaltigkeitstage 2014: erstes Gemüse im Stuttgarter Kinder-Garten geerntet

Im Rahmen der Nachhaltigkeitstage 2014 wurde jetzt das erste Gemüse im Stuttgarter Kinder-Garten geerntet. Mit von der Partie war auch der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller, dem die Kinder stolz ihre selbstgepflanzten Blumen, hübsch zu einem Blumenstrauß arrangiert, als „ZeicheN!“ der Verbundenheit mit den Nachhaltigkeitstagen überreichten. 

Gruppenbild zur Nachhaltigkeitsaktion der Stuttgarter Gärtner mit Umweltminister

„Die Initiative der Stuttgarter Kreisgärtnergruppe, die Grundschüler über den Kinder-Garten zum Thema Nachhaltigkeit anzuregen, finde ich sehr eindrucksvoll“, erklärte Untersteller. „Es ist wichtig, Kindern und Jugendlichen Wissen und Fähigkeiten an die Hand zu geben, die es ihnen ermöglichen, aktiv und eigenverantwortlich an einer nachhaltigen Zukunft mitzugestalten und sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen dieser Erde einzusetzen.“ Bildung für nachhaltige Entwicklung sei deshalb auch eines der fünf Schwerpunktthemen der Nachhaltigkeitsstrategie Baden-Württemberg, so der Umweltminister.

Grundschüler der Kernzeitgruppe Albschule Degerloch hatten zusammen mit den Stuttgarter Gärtnern im Württembergischen Gärtnereiverband (WGV) im Mai und Juni dieses Jahres mitten in Stuttgart Feuerbohnen, Tomaten, Kräuter und Lieblingsblumen gepflanzt und ausgesät. „Uns Gärtnern in Baden-Württemberg ist es ein wichtiges Anliegen, mit dem Stuttgarter Kinder-Garten einen erlebbaren Impuls zum Thema regionale, saisonale Gemüse- und Pflanzenvielfalt während den Nachhaltigkeitstagen 2014 zu setzen und die Umweltschutzbemühungen der Gärtner sichtbar zu machen“, erklärte Hartmut Weimann, Präsident des WGV.

„Mit unserem regionalen Gemüseanbau setzen wir derzeit vierzig Prozent der Produkte direkt und frisch beim Endkunden ab“, so Weimann weiter. Regionalität sowie Bioqualität sei „in“ und gebe dem Verbraucher vor allem Sicherheit. Essen, was in der Heimat wächst, bekäme im Zuge der Nachhaltigkeitsbetrachtung eine ganz neue Wertigkeit.

Das Thema Nachhaltigkeit im Gartenbau beinhalte für ihn neben dem Umweltschutz jedoch noch weitaus mehr Aspekte, so Weimann. Wichtig sei auch ein nachhaltiges soziales Handeln sowie ökonomisches Wirtschaften. Dazu gehöre, dass man durch den Kauf regionaler Produkte 100.000 Beschäftigten in Baden-Württemberg sowie 2.000 Auszubildenden eine Existenz in der Heimat sichere. In Bezug auf die soziale Verantwortung sieht Weimann neben der Wissensvermittlung zum Thema Nachhaltigkeit die Schärfung für mehr Bewusstsein der positiven Facetten von grünen Räumen in der Urbanität. Neben der Abmilderung von Folgen des Klimawandels würden Pflanzen und Grünflächen vor allem in Städten enorm die Lebensqualität steigern.

Die Stuttgarter Kreisgärtner sind seit 110 Jahren im Württembergischen Gärtnereiverband verwurzelt und repräsentieren den Berufsstand innerhalb der Region. Der Gartenbau Baden-Württemberg erwirtschaftet rund 12,0 Milliarden Euro auf nur einem Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Die Gemüsebauproduktion erwirtschaftet hierbei einen Anteil von 180 Millionen Euro. (ts/wgv)