Grüne Branche

Naschen großgeschrieben

IPM 2013: Aktuelles aus dem Kern- und Steinobst-Programm
Wie auch im vergangenen Jahr, ist die Präsentation des Obstangebots auf der IPM zum überwiegenden Teil auf den Endverbraucher ausgerichtet. Neuheiten der letzen Saison konnten am Markt Fuß fassen und sich etablieren. Und immer deutlicher wird: Werbewirksame Verkaufskonzepte sind zukünftig unverzichtbar.

Der Trend zu kleinen Baumformen bei Kern- und Steinobst hält an, bestätigt Sabine Fey, Geschäftsführerin von Artevos (Karlsruhe). Die Größe von Privatgärten ist sehr überschaubar. Dennoch wünschen sich viele Menschen, im eigenen Garten oder auf Terrasse und Balkon Pflanzen zu besitzen, die nicht nur gut aussehen und wenig Schnitt benötigen, sondern die mehr Potenzial haben und schmackhaftes, gesundes Obst produzieren. Das können gern auch kleine Baumformen oder Sträucher im Kübel sein.

Die Gesundheit einer Sorte, ihre Resistenz, beziehungsweise eine geringe Anfälligkeit für Krankheiten, sind wichtige Kaufkriterien. Und wenn es um die Ausfärbung der Schale bei Äpfeln geht: Die Vorliebe der Verbraucher für satte, rote Farbtöne liegt inzwischen bei etwa achtzig Prozent!


Favoriten bei den Äpfeln
Gut etabliert hat sich die lebhaft rot-grün gestreifte Sorte ’Karneval’. 2011 eingeführt, hat sie sich bei den Verkostungen auf Messen und regionalen Obsttagen als besonderer Liebling herausgestellt. Sie ist bei Hobbygärtnern und Endverbrauchern so beliebt, dass man die Nachfrage der Obstbaumschulen nach Reisern kaum befriedigen kann. Die rotfleischigen Apfelsorten aus dem Redlove®-Sortiment von Lubera (Bad Zwischenahn) und die Sorte Vitalstar®, über die Baumschule Jäger (Ladenburg) zu beziehen, sind bei Hobbygärtnern und Selbstversorgern gut angekommen. Die Nachfrage ist sehr erfreulich.

Zwei Trends spielen laut den Geschäftsführern Dr. Hardy Dembny und Martin Weißenborn eine Rolle beim Obstbaumkauf:
1. Wer nur für kleinste Baumformen Platz hat, für den steht neben der optischen Erscheinung des Gehölzes auch die Krankheitsresistenz im Vordergrund, weniger dagegen die Sorte oder der Geschmack der Frucht.
2. Wem die „inneren Werte“ der Früchte wichtig sind, ihre Verwendung, Lagerfähigkeit, Geschmacksvielfalt...., der findet seine Sorte auf der passenden Unterlage und richtet den benötigten Platz dafür ein.

Wie in Kindertagen...
Dass Säulenobst gut gefragt ist, bestätigen auch Wulf Hermann und Jörg Müller von der Baumschule Krämer (Detmold). Aber nicht nur Neues will der Kunde: Historische Sorten mit dem Geschmack „aus Kindertagen“ sollen ebenso im Angebot sein. So entschloss man sich bei Krämer zu einem für kleine Gärten machbaren Kompromiss: den Vier-Sorten-Baum mit den alten Sorten ’Dülmener Rosenapfel’, ’Prinz Albrecht von Preußen’, ’Winterglockenapfel’ und ’Zaber-gäurenette’. Diese Sortenkombination wird auf Baumformen wie M7 und M9 angeboten. Allerdings fordert dieser Mehrsortenbaum dauerhaft Kenntnisse des späteren Besitzers in Bezug auf Pflege und Schnitt, denn jede Sorte wächst unterschiedlich.

Auf Familienbäume setzt auch BKN Strobel (Holm), und zwar im altbekannten und bewährten Sortiment. Die Baumschule bietet den „Drei-Kirschsorten-Genuss“ mit einer Kombination aus ’Büttners Rote Knorpelkirsche’, ’Dönnissens Gelbe Knorpelkirsche’ und ’Große Schwarze Knorpelkirsche’.

Spalier gestanden
Auch für Uta Alves, Obst in Form (Borstel-Hohenraden), gehören Familienbäume mit alten Sorten zu den Rennern beim Obstbaumabsatz. Säulenformen und krankheitsresistente Sorten werden auch gut nachgefragt. Ebenso stehen Spalierbäume bei Apfel und Birne und die aromatischen Flachpfirsiche auf den Einkaufslisten der Kunden.

Neues Steinobst
In diesem Jahr präsentierte Artevos (Karlsruhe) drei Highlights: zwei Süßkirschen und die Zwetschge ’Juna’. Dank des sehr frühen Reifezeitpunkts Ende Juli/Anfang August gehöre ’Juna’ zu den ersten Zwetschgen im Jahr und begeistere anspruchsvolle Genießer durch ihr festes Fruchtfleisch und den aromatischen Geschmack. ’Juna’ gilt als vollmundige Alternative zu den traditionellen Zwetschgensorten ’Hermann’ und ’Ruth Gerstetter’.

Die Süßkirsche ’Christiana’ schmecke sehr lecker und mache, auch wenn sie lange am Baum hänge, noch eine gute Figur, wenn andere Sorten längst geplatzt sind. Die Reifezeit von ’Christiana’ liege in der Mitte der Kirschernte. Die Bäume könnten lange beerntet werden und hätten ein langes Erntefenster, was ausgezeichnet für den Hausgarten sei. Die Nachfrage sei so hoch, dass derzeit nicht alle Kaufwünsche befriedigt werden könnten.

Lesen Sie den ausführlichen Artikel mit vielen weiteren Obstsorten in der Ausgabe 04/ 2013 Deutsche Baumschule.