Grüne Branche

Naturnahe Gärten und Außenanlagen

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Die Klimadebatte beschäftigt die Gesellschaft derzeit wie selten zuvor, gleichzeitig sei die Anzahl nicht bepflanzter Schotterflächen allerdings in den Vorgärten gestiegen. Viele Hausbesitzer sind dem Irrglauben, sich mit dieser „Grünfläche“ Arbeit zu ersparen, aufgesessen. Eine sinnvolle Alternative sei hierbei der naturnahe Garten.

Naturnahe Gärten zeugen von Umweltbewusstsein seiner Hausherren. Foto: VGL Bayern

Initiative „Rettet den Vorgarten“ gegen Verschotterung der Gärten

Durch seine Initiative „Rettet den Vorgarten“ macht der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) mobil gegen eine Verschotterung und Versiegelung von Außenanlagen. Versiegelte und verschotterte Vorgärten haben spürbar negative Auswirkungen auf ihre unmittelbare Umgebung. Zum einen heizen sie sich während des Tages stark auf und geben diese Hitze nachts wieder ab. Zum anderen nehmen sie Regenwasser nur bedingt auf. Darüber hinaus bieten Schotter, Kies und Split der Tierwelt weder Nahrung noch Rückzugsorte. Pflanzen hingegen spenden angenehmen Schatten und nehmen das anfallende Regenwasser auf, das über ihre Blätter verdunstet und die Luft kühlt. Sie binden aber auch Feinstaub und produzieren Sauerstoff, liefern Insekten und Vögeln wichtige Nahrung sowie den notwendigen Lebensraum.

Naturnahe Gärten zeugen von Umweltbewusstsein

Abhilfe leisten hier die naturnahen Gärten und Außenanlagen. Sie sind nicht nur umweltfreundlich und fördern die Biodiversität, zudem seien sie auch noch viel pflegeleichter als die Schottergärten. Allerdings komme es auch auf eine professionelle und richtige Planung an. Naturnah sei nach Ansicht der Gärtnermeisterin Pia Präger, Präsidiumsmitglied des VGL Bayern, die Gestaltung und Pflege eines Gartens mit der Natur und den ihr eigenen Gesetzen und nicht gegen sie. „Man gibt der Natur jedoch Raum zur Entwicklung, ohne dabei auf lenkende Eingriffe zu verzichten. Die Maßnahmen müssen sich am Charakter des jeweiligen Gartens und seiner Umgebung orientieren. Naturnahe Gärten mit zahlreichen Ökosystemen und einer hohen Biodiversität sind daher sichtbarer Beweis eines ausgeprägten Umweltbewusstseins der Besitzer und beileibe kein Zeichen für deren Faulheit“, erklärt Präger.

Auf heimische Gewächse achten

Bei der Pflanzenauswahl begünstigt ein möglichst großer Anteil heimischer Gewächse mit einem ganzjährigen Blüh- und Nahrungsangebot viele Tierarten, die an eine bestimmte Vegetation gebunden sind. Auf gefüllte Blüten sollte verzichtet werden, da es hier für Insekten keinen Pollen zum Sammeln gibt. Bei Gehölzen sei zudem auf eine Mehrfachnutzung zu achten: Nistmöglichkeiten, Pollen und Nektar im Frühjahr, Futterquelle im Herbst. Die richtige Standortwahl für Pflanzgesellschaften, abhängig von Bodenart, Licht-, Feuchtigkeits- und Nähstoffverhältnissen, fördert die Artenvielfalt gleichermaßen. Ein naturnaher Garten mit standortgerechtem Pflanzenbestand benötigt in der Regel auch keine zusätzliche Bewässerung. Niederschläge sollen nicht in die Kanalisation abgeleitet werden, in wertvollen Feuchtbiotopen aufgefangen und gespeichert werden, wodurch der Wasserkreislauf im Garten geschlossen wird.