Grüne Branche

Netz von Indoor-Kräuterfarmen im LEH wächst weiter

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Immer mehr Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland arbeiten mit dem Farming-Netzwerk Infarm zusammen. Nach Edeka, Rewe und Aldi Süd will jetzt auch Kaufland in mehreren Filialen die Indoor-Gewächshäuser des Berliner Start-up-Unternehmens aufstellen, in denen Kunden frischen Kräutern quasi beim Wachsen zusehen können.

Kaufland will bis Oktober schrittweise mehrere Filialen mit den Indoor-Gewächshäusern von Infarm ausstatten. Foto: Kaufland/Infarm

Erstes Infarm-Gewächshaus bei Kaufland in Neckarsulm

Wie Kaufland jetzt bekanntgab, startet die Kooperation mit Infarm in der Filiale in Neckarsulm, dem Stammsitz des Unternehmens. Bis Oktober sollen dann schrittweise weitere Standorte der ebenso wie der Discounter Lidl zur Schwarz-Gruppe gehörenden Supermarkt-Kette folgen – darunter Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Regensburg. Zusätzlich zu den Indoor-Gewächshäusern in ausgewählten Filialen plant das Unternehmen nach eigenen Angaben die Belieferung von bis zu einem Drittel aller deutschen Kaufland-Filialen mit frischen Infarm-Kräutern.

Ernte in Indoor-Kräuterfarmen startet Mitte August

Zu Beginn soll das Kräuter-Sortiment in den Infarm-Gewächshäusern glatte Petersilie, griechischen Basilikum, Minze und Bergkoriander umfassen. Die ersten Setzlinge bei Kaufland in Neckarsulm wurden den Angaben zufolge Ende Juli gepflanzt, ab Mitte August soll dann die Ernte in den mitten in der Obst- und Gemüseabteilung des Supermarkts platzierten Indoor-Kräuterfarmen starten. Zweimal pro Woche kommt dazu das Infarm-Team in die Filiale und erntet die Kräuter mitsamt ihrer Wurzeln, damit diese länger frisch bleiben.

Infarm kümmert sich aber nicht nur in der Filiale um die Kräuter – die Gewächshäuser sind zusätzlich mit der zentralen, Cloud-basierten Anbauplattform des Farming-Netzwerks verbunden. Diese lernt den Angaben zufolge laufend dazu, passt sich automatisch an und optimiert so fortwährend die Anbau-Bedingungen der Kräuter. Auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln verzichtet Infarm nach eigener Aussage komplett, bei Dünger wird die Menge demnach um bis zu 75 Prozent reduziert.

Kräuter-Anbau im LEH spart Transportwege

Weitere Vorteile der Indoor-Farmen: Das System kommt ohne Erde aus und soll im Vergleich zum herkömmlichen Anbau 95 Prozent Wasser sparen. Außerdem entfallen durch den Kräuter-Anbau in der Filiale 90 Prozent der Transportwege. „Die Kooperation mit Infarm ist eine großartige Möglichkeit, Frische, Qualität und Ressourcen-Schonung miteinander zu kombinieren“, so Stefan Lukes, Geschäftsführer Einkauf Obst und Gemüse von Kaufland. Das Start-up-Unternehmen Infarm wurde 2013 in Berlin-Kreuzberg von den Israelis Guy Galonska, Erez Galonska und Osnat Michaeli gegründet und vermietet seine vertikalen Indoor-Farmen zur ökologischen Vor-Ort-Erzeugung von Kräutern und Gemüse inzwischen weltweit an Supermärkte und Restaurants.

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