Netzwerk Zukunftsbäume: Ergebnisse eines Anzuchtversuchs

Veröffentlichungsdatum: , Deutsche Baumschule

Versuch zur Anzuchteignung von 36 überwiegend neuen Baumarten und -sorten an der LVG Bad Zwischenahn: Gesamtansicht der Pflanzung im vierten Versuchsjahr. Foto: Ehsen

In einem Netzwerk „Zukunftsbäume“ erfolgt an insgesamt acht Universitäten und Versuchsanstalten eine deutschlandweite Sichtung von Straßenbäumen. Die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) in Bad Zwischenahn ist seit 2018 Standort eines gemeinsamen Versuchs zur Anzuchteignung von 36 überwiegend neuen Baumarten und -sorten.

Versuchspflanzen im Frühjahr 2018 aufgepflanzt

Bei dem Versuch an der LVG Bad Zwischenahn (hier finden Sie eine Übersicht über die Versuchspflanzen; ausführlich über den Versuch und die bisherigen Ergebnisse wird in Ausgabe 2/2022 von Deutsche Baumschule berichtet) werden nicht nur das Auftreten von abiotischen und biotischen Schäden, Wachstumsparameter wie Stammumfang und Baumhöhe sowie phänologische Merkmale ermittelt, sondern auch der Aufwand für baumschulische Erziehungsmaßnahmen wie Schnitt und Stäben. Jeweils fünf getopfte Exemplare in Größen von 30 bis 40 Zentimeter (Quercus castaneifolia ‘Green Spire’) und 200 bis 250 Zentimeter (Ulmus Lutece ‘Nanguen’, U. Vada ‘Wanoux’), geliefert von der niederländischen Jungpflanzen-Baumschule Batouwe, wurden im Frühjahr 2018 der Größe nach sortiert aufgepflanzt.

Kulturmaßnahmen praxisüblich durchgeführt und dokumentiert

Die Pflanzabstände wurden den unterschiedlichen Ausgangsgrößen angepasst. Die Kulturmaßnahmen wie Düngung, Stäben, Kronenerziehungsschnitte, Entfernen von Stammaustrieben oder späteres Aufasten auf 200 Zentimeter Kronenansatz wurden praxisüblich durchgeführt und dokumentiert. Nach zwei Jahren erfolgte ein Verpflanzen auf einheitliche Abstände von 1,50 x 1,80 Meter. In Trockenjahren wie 2019 und 2020 erfolgte eine Bewässerung mittels Unterkronen-Kreisregnern. Stammschutzmaßnahmen oder Pflanzenschutzbehandlungen (außer einmaliger Blattlausbekämpfung) wurden nicht durchgeführt.

Ausblick

Ausgewählte Arten und Sorten sollen nach Ende des Versuchs in den benachbarten Park der Gärten gepflanzt werden, wo sie im Rahmen des geförderten Projekts „Musterpark für den Klimaschutz“ als Beispiele für klimaresiliente Gehölze die Besucher sensibilisieren sollen. Hier kann auch ihre weitere Entwicklung beobachtet werden.

Zwischen einer allerersten Testung und der endgültigen Empfehlung, dass sich ein Baum tatsächlich als „Zukunftsbaum“ eignet, können mitunter 20 Jahre und mehr liegen. Dieser sehr langwierige Prozess zeigt, wie vorausschauend Baumschulen ihre Gehölze bereits heute kultivieren, um den steigenden Bedarf an klimagerechten Bäumen auch weiterhin decken zu können. (Björn Ehsen, LVG Bad Zwischenahn)