Grüne Branche

Neu: Grasstern als blühende Topfpflanze

Der Grasstern (Rhodohypoxis baurii), in Westeuropa – insbesondere in Großbritannien – weit verbreitet, hat Chancen als neue, attraktive Topfpflanze. Das zeigen Untersuchungen von Stephan Wartenberg vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Abteilung Gartenbau (Dresden-Pillnitz), der für den Grasstern ein passendes Kulturverfahren entwickelte.

Rhodohypoxis baurii. Foto: Stephan Wartenberg/LfULG Dresden-Pillnitz

Grasstern: Vermehrung bislang über Tochterknöllchen

Bislang wurde die Mikroknollen-Pflanze aus Südafrika über ihre kleinen Tochterknöllchen vermehrt. Der richtige Zeitpunkt ist hierbei entscheidend dafür, dass sich durch eine gute Bestockung die Töpfe gut füllen.

Den Sommer über wird im Freiland, beispielsweise unter einem Gießwagen, kultiviert. Nach dem Einziehen im Herbst ist eine ausreichende Ruhephase, am besten unter kühlen und trockenen Bedingungen, Voraussetzung dafür, dass im Frühjahr durch eine Treibphase bei etwa 16 Grad Celsius eine attraktive Topfpflanze produziert wird.

Grassterne: Topf an Topf-Kultur für hohe Flächenproduktivität

Sowohl in der Freiland- als auch in der Treibphase kann Topf an Topf kultiviert werden, wodurch eine hohe Flächenproduktivität erzielt wird, so Wartenberg. Die blühenden Grassterne lassen sich im zeitigen Frühjahr, wie andere Frühjahrsblüher auch, im Innenbereich verwenden. Ab Anfang April können blühende Rhodohypoxis mit einem Restrisiko für Verlust bei starken Frösten auch im Freiland eingesetzt werden.

Versuche zur Haltbarkeit zeigten unter Wohnraumbedingungen eine Zimmerhaltbarkeit von zwei bis vier Wochen. Diese Pflanzen können dann noch ins Freie gesetzt werden und blühen dort häufig bis in den Juli nach.

Grassterne über Trocken- und Kühlphasen gezielt zur Blüte bringen

Über Trocken- und Kühlphasen sind die Grassterne laut Wartenberg jedoch auch zu anderen Jahreszeiten gezielt zur Blüte zu bringen. Sie werden so zur gut steuerbaren Topfpflanze, die ganzjährig produziert werden kann. Rhodohypoxis lässt sich energiegünstig erzeugen. Für einen guten Kulturerfolg sind wiederum etlicher Arbeitsaufwand und einige Kniffe erforderlich.

Die äußerst attraktive und vorläufig exklusive Pflanze bietet aber gute Chancen für einen höheren Preis im Gegensatz zu vielen anderen Frühjahrsblühern, so das Fazit der Untersuchungen. (ts)