Neu: Memoriam-Garten im Park der Gärten, Bad Zwischenahn

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Auf einer Fläche von über 300 Quadratmetern gestalteten 20 Steinmetze und Friedhofsgärtner den ersten Memoriam-Garten Niedersachsen. Foto: Meyer-Rehberg

Genau zehn Jahre nach der ersten Landesgartenschau Niedersachsens in Bad Zwischenahn entschlossen sich Steinmetze und Friedhofsgärtner zu einer Neugestaltung „ihres“ Gräberhains. Anstelle der 28 Mustergräber bauten die 20 beteiligten Unternehmen einen neuen Memoriam-Garten, den ersten in Niedersachsen.

Am Freitag, den 18. Mai 2012 übergab Henning Sannemann, Präsident des Wirtschaftsverbandes Gartenbau e. V. und Aufsichtsratsvorsitzender der Nordwestdeutschen Treuhandstelle für Dauergrabpflege GmbH, die Anlage offiziell ihrer Bestimmung.

Der Vorsitzende des Bundes deutscher Friedhofsgärtner, Lüder Nobbmann, betonte in seinem Grußwort die pflanzliche Vielfalt des Memoriam-Gartens und spannte hier den Bogen zu einem besonderen Tag, nämlich den ersten „Fascination of Plants Day“, ausgelobt von der European Plant Science Organisation (EPSO), der in diesem Jahr ebenfalls auf diesen 18. Mai fiel.

In einem weiteren Grußwort verglich Pastor Rainer Theuerkauff, Vorsitzender des Zwischenahner Gesamtkirchenrates, den Memoriam-Garten mit einem Paradiesgarten. Er betonte, dass „uns die Memoriam-Gärten durchaus einen Weg weisen könnten, indem sie uns nicht nur verdeutlichen, dass Gott uns alle beim Namen kennt – wie ein Vater seine Kinder –, sondern dass wir durch die Aufhebung der Grababgrenzungen schon sichtbar zu einer Familie zusammenkommen. Durch die wunderbar künstlerisch gestalteten Grabsteine und die gärtnerische Anlage wird es zu einem Abbild des Paradiesgartens.“

Die Idee für den Memoriam-Garten im Gräberhain wurde bereits ein Jahr zuvor geboren. Das Konzept des Memoriam-Gartens als gärtnerbetreute Grabanlage ist im Nordwesten Deutschlands bisher noch nicht so populär wie in zahlreichen anderen Gebieten (siehe auch Seite 13 dieser Ausgabe), so dass Friedhofsgärtner und Steinmetze ein Muster schaffen wollten, um Friedhofsträgern, aber auch den Besucherinnen und Besuchern des Parks der Gärten eine Alternative zur herkömmlichen Begräbniskultur zu zeigen.

Auf über 300 Quadratmetern bauten die zehn beteiligten Steinmetz-Unternehmen insgesamt 36 Grabmale in der Woche nach Ostern ein, weitere neun Grabmale dienten der verkleinerten Mustergrabanlage. Über 20 Gärtner bepflanzten die Anlage in der Woche vor der Eröffnung des Parks der Gärten am 22. April 2012. Unter Leitung von Lüder Nobbmann gestalteten die Friedhofsgärtner mit 8.000 Bodendeckern, Stauden, Frühjahrsblühern und Gehölzen den Memoriam-Garten und die Mustergräber.

Die Finanzierung der Anlage sicherte die Nordwestdeutsche Treuhandstelle für Dauergrabpflege GmbH in Bremen gemeinsam mit dem Fachverband Friedhofsgärtner im Wirtschaftsverband Gartenbau e. V. Die weitere Pflege und Bepflanzung organisieren die zehn beteiligten Friedhofsgärtnereien. Öffentlichkeitsarbeit betreibt die Treuhandstelle mit Hilfe einer Broschüre, die im Gräberhain kostenlos zur Mitnahme ausliegt sowie im Internet zum Download bereit steht. Näheres unter www.dauergrabpflege-bremen.de/memoriam-garten.

 Joachim Meyer-Rehberg, Bremen

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