Neue Aeternitas-Studie: Kritik an den weiter steigenden Grabgebühren

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Friedhofsnutzer haben seit 2005 bei Grabgebühren Steigerungen von durchschnittlich 300 Euro hinnehmen müssen. Das ergibt eine von Aeternitas - Verbraucherinitiative Bestattungskultur - durchgeführte Prüfung auf 830 Friedhöfen.

Bei drei Viertel der untersuchten Friedhöfe wurden Gebührensteigerungen festgestellt. Besonders deutlich fiel dies bei den Erdgräbern aus: durchschnittliche Erhöhung um 354 Euro. Urnengräber verteuerten sich im Mittel um 247 Euro.

Anlass der Studie war die Aktualisierung der Gebührendatenbank auf der Website der Verbraucherinitiative (www.aeternitas.de). Hier kann jeder online nach den Gebühren seiner Stadt suchen oder sich über die Gebühren auf vergleichbaren Friedhöfen informieren.

Über zwei Drittel der Bundesbürger wollen nicht mehr als 5.000 Euro für eine komplette Bestattung ausgeben. Mancherorts rechnen die Bürger jedoch mit mehr als 5.000 Euro allein an Gebühren, ohne dass Bestatter, Trauerfeier, Grabmal und Grabpflege bezahlt wären.

Die Grabgebühren für Erdreihengräber liegen bei 80 Prozent der Friedhöfe zwischen 540 und 2.235 Euro. Für 80 Prozent der Erdwahlgräber fallen Grabgebühren von 789 bis 3.145 Euro an. Urnengräber liegen auf günstigerem Niveau.

Wie der Aeternitas-Vorsitzende Hermann Weber herausstellte, sollten in den Friedhofsgebühren ausschließlich Aufwendungen für Grablegung, Trauerhallennutzung und Grab enthalten sein. Die Gebührenzahler finanzieren zusätzlich die Instandhaltung und Pflege von Friedhofsflächen, die nicht mehr für Bestattungen benötigt werden. Diese Freiflächen resultieren unter anderem aus überdimensionierten Planungen und dem Trend zu Platz sparenden Urnengräbern.

Freiflächen und der Wert der Friedhöfe für Naherholung, Klimaqualität und Denkmalschutz ziehen die Forderung nach höheren Zuschüssen aus den öffentlichen Haushalten nach sich, um die Gebührenzahler zu entlasten. Viele Gebührenordnungen sind für den Normalbürger kaum verständlich. Wie die Gebührendatenbank zeigt, besteht auch nach wie vor eine große Differenz zwischen den Friedhofsgebühren unterschiedlicher Städte .

Der Bayerische Rundfunk berichtete Ende Juli 2008 über erhebliche Unterschiede bei den Friedhofsgebühren im Freistaat. Verglichen wurden exemplarisch die Preise in Landsberg (1.100 Euro) und Aichach (465 Euro).

Große Unterschiede gibt es aber auch innerhalb der Städte. So bezahlen die Bürger bei einer Laufzeit von zehn Jahren in München zwischen 240 Euro Grabgebühr für das günstigste Urnengrab und 1.700 Euro fürs teuerste Erdgrab.

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