Grüne Branche

Neue Aeternitas-Studie: Zahl der Baumbestattungen mehr als verdoppelt

Fünf Prozent aller Verstorbenen in Deutschland finden ihre letzte Ruhe unter einem Baum. Damit hat sich die Zahl der Baumbestattungen in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt, auf ungefähr 45.000 im Jahr 2013. Das ergab eine Umfrage von Aeternitas, der Verbraucherinitiative Bestattungskultur. 

Fünf Prozent aller Verstorbenen finden ihre letzte Ruhe unter Bäumen. Foto: Aeternitas

Das Konzept der Baumbestattungen erlebt demnach einen bisher ungebremsten Boom, meldet Aeternitas. Wurde im Jahr 2009 bereits die Asche von etwa 20.000 Verstorbenen unter Bäumen beigesetzt, hat sich die Zahl bis zum Jahr 2013 auf ungefähr 45.000 Bestattungsfälle erhöht. Dies entspricht etwas mehr als fünf Prozent aller Verstorbenen. „Damit findet angesichts von über 50 Prozent Feuerbestattungen in Deutschland fast jede zehnte Urne ihre letzte Ruhe unter einem Baum“, sagt Christoph Keldenich, Vorsitzender von Aeternitas.

Die Verbraucherinitiative hatte im Rahmen einer aktuellen Studie 141 der mindestens 400 Baumbestattungsstandorte in Deutschland befragt. In der Stichprobe wurden sowohl Baumbestattungsmöglichkeiten auf Friedhöfen als auch reine Bestattungswälder berücksichtigt.

Den Baumbestattungs-Boom bestätigt auch die Zahl der Neu-Eröffnungen. So wurden der Studie zufolge in den letzten zehn Jahren allein in der Gruppe der 141 Anbieter jedes Jahr im Schnitt 13 Anlagen eröffnet. Hochgerechnet auf den gesamten Markt kann laut Aeternitas von einer jeweils mindestens dreifach so hohen Zahl ausgegangen werden. Allein die größten Anbieter FriedWald und RuheForst verfügen demzufolge über 50 beziehungsweise 55 Standorte in ganz Deutschland. Kleinere Anbieter treten dazu in Konkurrenz. Darüber hinaus nutzen immer mehr Kommunen Waldstücke oder Teile ihrer Friedhöfe, um die Beisetzung unter Bäumen anzubieten.

Unter den Oberbegriff „Baumbestattung“ fallen in der Aeternitas-Studie alle naturnahen Bestattungskonzepte auf Friedhöfen und in Bestattungswäldern, die üblicherweise als Urnenbeisetzung unter Bäumen stattfinden. Dazu zählen auch Beisetzungen in sogenannten „Ruhebiotopen“, bei denen es sich neben Bäumen zum Beispiel um Lichtungen oder Felsformationen handeln kann.

Aeternitas hat von März bis Mai 2014 401 Standorte für Baumbestattungen um die Teilnahme an der Studie gebeten. 141 Standorte machten Angaben zur Zahl der Beisetzungen, dem Eröffnungsjahr und der Trägerschaft, aber auch zu Kapazität, Reservierungsmöglichkeiten und Nutzungsdauer der Grabstellen. Die Gesamtzahl der Standorte für Baumbestattungen in Deutschland kann nur geschätzt werden. Über 400 sind Aeternitas bekannt, es könne aber von bis zu 500 oder gar mehr ausgegangen werden. (ts/ae)