Grüne Branche

Neue Bestattungsformen: Gebühren sinken in Köln

Neue Bestattungsformen und geringere Friedhofsgebühren: So soll die seit Jahren beobachtete „Bestattungsflucht“ aus Köln beendet werden. Der Stadtrat stimmte Ende Dezember der überarbeiteten Friedhofs- und Gebührensatzung zu. Rund 25 Prozent der in Köln Verstorbenen würden nicht mehr in der Stadt beigesetzt, so heißt es im Kölner Stadtanzeiger, da andere Kommunen offenbar bessere Angebote machen. Die Friedhofsgebühren sollen jetzt durchschnittlich um acht Prozent sinken, heißt es weiter. Die Stadt meldet durchschnittlich sechs Prozent weniger Gebühren bei der Vergabe von Nutzungsrechten und elf Prozent weniger bei den Bestattungen.

Auf den Kölner Friedhöfen werden neue Bestattungsformen angeboten, das habe der Grünausschuss nach monatelangen Diskussionen jetzt beschlossen. Für Diskussionsstoff hatten vor allem die so genannten Kooperationsfelder gesorgt, die es privaten Firmen aus dem Friedhofsgewerbe ermöglichen, auf den Friedhöfen spezielle Grabfelder einzurichten. Die Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner hatte mit der Anlage eines solchen Bestattungsgartens mit beispielsweise „Urnenhain“ oder „Rosengarten“ auf dem Melatenfriedhof bereits begonnen, heißt es in der Tageszeitung weiter. Sie mussten die Arbeiten einstellen, da die Satzung noch nicht verabschiedet war.

Neu sind jetzt Kooperationsfelder: Auf dem Friedhof Melaten beginnt die Stadt Köln. Die friedhofsnahen Gewerbe wie Friedhofsgärtnereien, Steinmetzbetriebe oder Bestattungsunternehmen können Wahlgrabstätten für Urnen- und Sargbestattungen auf besonders gestalteten Fluren anbieten. Diese müssen nach einem gestalterischen Gesamtkonzept geplant sein und fügen die einzelnen Grabstellen in eine gartenähnliche Anlage ein. Im Gegensatz zu der traditionellen Grabfeldgestaltung zeigen diese andersartigen Bestattungsflächen neue Wege der Trauerbewältigung auf und realisieren Wünsche nach außergewöhnlicher und individueller Ästhetik.

Namentlich gekennzeichnete Baumgrabstätte: Für diese neue Art von Gräbern steht ein parkähnlicher Teil des Ostfriedhofs zur Verfügung. Die Begräbnisform empfiehlt sich für alle Menschen, die sich eine Ruhestätte im Schutz einer alten Buche, Kiefer oder Birke wünschen. Bereits zu Lebzeiten kann man „seinen“ Baum aussuchen und die Grabstätte im Rahmen der Vorsorge erwerben. Neben der Vergabe als Einzelgrab ist auch eine Paargrabstätte für zwei Urnenbeisetzungen denkbar.

Naturwaldbestattung: Diese Begräbnisform in unberührter, natürlicher Umgebung ist in Köln neu. Zu einer Pauschalgebühr kann die Einäscherung im Kölner Krematorium vorgenommen und die Urne anschließend ohne Namensnennung in einem separaten, vollkommen naturbelassenen Bestattungswald am Kölner Ostfriedhof beigesetzt werden.