Grüne Branche

Neue Düngetechnologie: Blattdüngung wirkt doch?

Eine neue Düngetechnologie, in der Landwirtschaft bereits erprobt, könnte auch auf Weihnachtsbäume positiv wirken, indem sie die Assimilationsleistung und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Nässe, Trockenheit und Bodenbearbeitung erhöhe.

Agrosol, drei Mal vor der Sommerhitze ausgebracht, schützt die Nadeln (l.), rechts unbehandelt zeigt die Tanne Nadelfall. Werkfotos

Agrosol enthält Mineralien, die mit einem Sprühnebel auf die Pflanzen ausgebracht werden, erläuterte der Hersteller Agrosolution auf der Weihnachtsbaumbörse in Eslohe.

Das Mittel kann zusammen mit handelsüblichen Düngern und Pflanzenschutzmitteln ausgebracht werden. Zu beachten wäre aber, dass es der Spritzbrühe langsam beizumischen sei, das Rührwerk eingeschaltet bleibe und der Zusatz eines Netzmittels die Wirkung erhöhe. Auch bei Christbäumen wirke sich das Mittel positiv aus.

Das in den Mineralien enthaltene CO2 gelangt über die Spaltöffnungen in die Pflanze. „Die Pflanze atmet auf“, heißt es dazu in einem Videoclip. Diese Wirkung konnte mit mikroskopischen Aufnahmen aus dem Blattinneren nachgewiesen werden und belege, dass Blattdüngung sehr wohl funktioniere, und zwar bei sehr vielen in ganz Europa kultivierten Pflanzen.

Das hätten verschiedene Forschungseinrichtungen im In- und Ausland bestätigt, darunter auch die Höhere land- und forstwirtschaftliche Schule im österreichischen Bruck an der Mur. Projektleiter Prof. Martin Kugler ließ im Rahmen einer dreijährigen Diplomarbeit die Wirtschaftlichkeit und die Effizienz einer Düngung mit Agrosol bei forstwirtschaftlichen Kulturen prüfen.

Das Ergebnis der 2011 abgeschlossenen Diplomarbeit: Der Düngeeffekt selbst ist sehr gut und auch wissenschaftlich und rechnerisch nachgewiesen, allerdings, so die beiden Diplomanden in ihrem Resümee, sei „vor Aufnahme der Tätigkeit genau abzuwägen, ob das Preis-Leistungsverhältnis in einem akzeptablen Bereich liegt. Grundsätzlich ist zu bedenken, dass der Dünger viermal im Jahr aufgebracht werden muss, um die maximale Düngeleistung zu erreichen.“ Das heißt ab Vegetationsbeginn dreimal im Abstand von 14 Tagen und einmal im Herbst zur Unterstützung gegen Winterstress.

Um die Wirtschaftlichkeit des auch für Biokulturen zugelassenen Düngers bestätigen zu können, wurde zum Abschluss der Diplomarbeit ein Vergleich mit Hilfe der Durchschnittszuwächse der drei untersuchten Versuchsflächen mit den verschiedenen Forstgewächsen gegenübergestellt. Wegen der hohen Kosten pro Pflanze von 2,39 Euro (inklusive Lohn- und Lohnnebenkosten) für die Düngung müssen unbedingt Wildverbiss-Schutzmaßnahmen durchgeführt werden, lautete daraus ein Fazit.

Mehr unter www.agrosolution.eu, Amtliche Versuchsergebnisse, Auswertung eines Düngeversuchs im Forstbetrieb Bruck/Mur (Österreich). (jen)

Lesen Sie mehr zum Thema im TASPO extra Weihnachtsbaum der aktuellen TASPO Ausgabe 43/2013.