Grüne Branche

Neue Fachmesse Intergrün: „Unser Full-Service-Konzept ist der Kern der Geschichte“

Theo Schennink, Geschäftsführer der niederländischen MesseHAL und EvenementenHAL, hat bereits zwei Fachmessen nach niederländischem Vorbild in Deutschland etabliert. Nun möchte er mit der Intergrün Fachmesse 2014 eine Veranstaltung bekannt machen, die ihren Schwerpunkt auf den Produktionsgartenbau legt. Im Gespräch mit TASPOonline skizzierte der 54-Jährige die Hintergründe und Erwartungen der Fachmesse. 

Theo Schennink versucht sein Messekonzept, das in den Nierderlanden sehr erfolgreich ist, auch in Deutschland zu etablieren. Foto: MesseHAL

TASPOonline: Herr Schennink, die Intergrün Fachmesse startet am 18. November im Messezentrum Bad Salzuflen. Was hat Sie bewogen, ausgerechnet diese Messe nach Deutschland zu bringen?

Schennink: Wir möchten eine regionale Plattform für kleine und mittelständische Unternehmen bieten, auf der sie sich anderen Fachleuten und Unternehmern präsentieren können. Eine Messe mit dem Schwerpunkt Produktionsgartenbau hat sich angeboten, da sich der Markt einfach in diese Richtung entwickelt hat. Wir haben natürlich genaue Analysen durchgeführt, für welche Messeformate denn in Deutschland überhaupt Bedarf besteht. Grundsätzlich bietet uns das Land mit 22 Messestandorten enormes Wachstumspotenzial.

TASPOonline: Sie greifen dabei auf ein Konzept zurück, das sich in den Niederlanden bewährt hat…

Schennink: Ja, in den Niederlanden sind wir 1997 mit einer einzigen Fachmesse gestartet. Inzwischen finden an den drei Standorten Gorinchem, Venray und Hardenberg jährlich 120 bis 150 Messen verschiedener Fachbereiche und Großveranstaltungen statt. Es wäre natürlich schön, wenn uns auch ein ähnlicher Erfolg in Deutschland gelingen würde.

TASPOonline: Was macht die Intergrün besonders? Warum sollte ich als Unternehmer ausgerechnet hier ausstellen?

Schennink: Unser Full-Service-Konzept ist der Kern der Geschichte. Wir bieten Ausstellern ein Rundumpaket und sorgen für den Aufbau der Stände, die Technik und das Catering. Zusätzlich laden wir für den Aussteller die Gäste ein, die er gerne ansprechen würde. Parkplätze sind für Besucher und Aussteller kostenlos. Grundsätzlich gilt für uns die Regel: „Geht nicht – gibt´s nicht!“.

TASPOonline: Aber verursacht das nicht enorme Kosten für Sie als Betreiber der Messe?

Schennink: Nein, da wir alle Services im eigenen Haus anbieten und keine externen Leistungen einkaufen. Alle Teams – egal ob beispielsweise Hallenbau, Technik, Finanzen, Marketing oder Gastronomie – sind aus eigenen Mitarbeitern zusammengestellt. Dabei halten wir die Zahl der Festangestellten möglichst gering und greifen auf Aushilfen zurück, die spontan bei Bedarf einspringen. Das macht uns flexibel. In den Niederlanden werden die Mitarbeiter standortübergreifend eingesetzt. Außerdem gehören uns dort die Messestandorte, eine Mietgebühr entfällt. Das ist in Bad Salzuflen bisher nicht so, aber wir konnten ein Gelände finden, das in privater Hand liegt und zur Miete freistand.

TASPOonline: Und wie sieht es mit den Kosten für die Aussteller aus? Wie war die Resonanz im Vorfeld der Messe?

Schennink: Ein Stand von durchschnittlich 16 Quadratmetern Größe kostet 2500 Euro. Das ist ein sehr guter Preis für die Leistungen, die wir für den Aussteller erbringen. Viele Unternehmer gehen aber vorsichtig an die Sache heran und kommen zunächst als Besucher auf die Messe, um sich vor Ort zu überzeugen, dass unser Konzept wirklich stichhaltig ist. Ganz klar, denn in Deutschland kennt uns bisher kaum jemand als Messeveranstalter. Außerdem ist es heute ja auch so, dass man als Unternehmer jeden Euro eben auch nur einmal ausgeben kann.

TASPOonline: Mit welchem Ergebnis wären Sie zufrieden?

Schennink: Eine Messe ist aus meiner Sicht erst dann eine Messe, wenn mindestens 40 Aussteller vor Ort sind. Mehr wären natürlich besser. Ich hoffe, dass wir während der Intergrün Fachmesse 2014 mit 50 Ausstellern ins Rennen gehen. Außerdem bin ich zuversichtlich, dass wir auch die Unternehmer von unserem Konzept überzeugen können, die in diesem Jahr erst einmal „nur“ als Besucher teilnehmen.  

TASPOonline: Was macht Sie zuversichtlich, dass sich ihr Konzept für Fachmessen auch in Deutschland behaupten wird?

Schennink: Wir haben mit der NFZ Fachmesse und den AgrarKontaktTagen bereits zwei erfolgreiche Pilotprojekte in 2013 gestartet. Die NFZ Fachmesse findet nun im April 2015 erneut statt und wir können schon jetzt anhand der eingegangenen Anmeldungen sagen, dass wir die Ausstellerzahlen der Vorgängermesse übertreffen werden. In diesem Jahr veranstalten wir vier Fachmessen in Deutschland: Intergrün, InfraBAU, EFS und die AUTO-Prof Schautage. Im kommenden Jahr wollen wir die Anzahl der Fachmessen auf acht erhöhen.

Weitere Informationen rund um die einzelnen Fachmessen und den Veranstalter finden sie auf der Webseite der MesseHAL.

Das Gespräch führte Christian Mannsbart