Neue Gärtnerbörse: „Gartenbau muss Rückgrat zeigen“

Veröffentlichungsdatum: , Katrin Klawitter

Titelstory der Gärtnerbörse 5/2022 ist das Gartencenter Seebauer in München. Im Bild Gärtnermeister und Produktionsleiter Volker Höpken. Foto: Gärtnerbörse

Neue Mehrwegtrays, Torfminderung, alternative Hemmstoffe oder Neuheiten im Hitzesommer – unter anderem mit diesen Themen befasst sich die neue Ausgabe der Gärtnerbörse. Außerdem geht es um die aktuelle Unsicherheit, die nicht nur Gartenbau-Produzenten betrifft, sondern auch den Handel.

Situation bisher weniger dramatisch als erwartet?

Der Handel ist gerade intensiv dabei, seine Order für das nächste Jahr zu durchdenken, viele Bestellungen für 2023 kommen verzögert – aber sie kommen. Glaubt man den Aussagen vieler Gärtner, ist die Situation bisher weniger dramatisch als erwartet: „Im Moment sind die Zahlen für das Frühjahr 2023 normal“, verrät ein Betrieb. Auch ein Blick auf den aktuellen Markt zeigt: Der Callunen-Absatz läuft, auch mit dem befürchteten Poinsettien-Mangel wird laut Vermarkter-Umfragen nicht zu rechnen sein.

Betriebe erwarten deutliche Marktverschiebungen ab 2023

Eines ist aber mehr als deutlich: Der Handel prüft intensiver, fragt nach der Energiesituation des einzelnen Betriebes, bevor er bestellt. Zudem spielen gefestigte, faire Lieferbeziehungen eine immer wichtigere Rolle für die Order: „Wir haben auch in den Coronajahren unsere Preise nicht überzogen – das zahlt sich jetzt in Kundentreue aus“, sagt ein Produzent. Ab 2023 erwarten Betriebe auf jeden Fall deutliche Marktverschiebungen: Demnach könnte vor allem frühe, geheizte Ware knapp und teurer werden, das Zeitfenster, in dem normale Frühjahrsware erhältlich ist, enger. Klar ist: Produzenten werden 2023 ihre Preise spürbar erhöhen, das bestätigen auch Erhebungen der AMI in der neuen Gärtnerbörse. Der Druck dazu ist einfach zu groß geworden. „Der Gartenbau muss hier unbedingt Rückgrat zeigen, sonst werden wir in zwei bis drei Jahren alle ein großes Problem haben“, bekräftigt ein großer Produktionsbetrieb.

Wetter nach wie vor markt- und kaufentscheidend

Und nicht zuletzt – bei allen Entwicklungen bleibt der Branche noch der große, unkontrollierbarste Einflussfaktor: „Wir haben nicht nur Corona und Krieg. Wir haben immer noch Wetter“, betont ein Gärtner. Und das ist nach wie vor markt- und kaufentscheidend. „Wichtig ist es, jetzt erst einmal durch den Winter zu kommen – es kommen auch wieder andere Zeiten“, beruhigte trotz aller Unsicherheit kürzlich ein Produzent. In diesem Sinne wünschen wir alle, dass diese hoffentlich besseren Zeiten schnell eintreten. Bis dahin erfreuen Sie sich gerne an der bunten und spannenden Themenvielfalt der neuen Ausgabe der Gärtnerbörse, wie beispielsweise:

  • Gartencenter Seebauer: Flexibel dank Eigenproduktion
  • „Europa in Blüte“ – Werbung für die Pelargonie
  • Stauden: Zeitenwende auf Balkon und Terrasse
  • Beeinflusst Silizium den Blattlausbefall?

Außerdem in der neuen Gärtnerbörse

Pelargonien-Sortenvergleich: Standort und Kultur entscheiden – die Vielfalt bei Pelargonien wird immer größer und vom Kunden auch so wahrgenommen. Deshalb widmete sich der Ringversuch der Lehr- und Versuchsanstalten in diesem Jahr auch ganz verschiedenen Gruppen: Sorten mit besonderer Blattzeichnung bei den Zonal-Pelargonien und einfach blühenden, selbstreinigenden Sorten bei den Peltaten. Eine Übersicht dazu können Sie hier als PDF downloaden.

Kulturdauer: Pelargonien im Freilandtest – der Ringversuch Pelargonien 2021 hatte sich einem schwierigen Thema angenommen: der Charakterisierung der Kulturdauer bei Zonal-Pelargonien. Die Versuchsstandorte in Bad Zwischenahn, Heidelberg und Dresden-Pillnitz testeten 48 verschiedene Sorten von sechs Züchterfirmen. Auch dazu finden Sie hier eine Übersicht als PDF ergänzend zum Beitrag in der neuen Gärtnerbörse.

Torfersatz: Kunden aufklären – Jahrzehnte galten torfbasierte Blumenerden als das Allroundtalent für alle pflanzlichen Anwendungen. Jetzt ist der Erdenmarkt in Bewegung. Immer mehr Blumenerden mit torffreien oder torfreduzierten Rezepturen sind im Sortiment zu finden. Allerdings ist es dringend notwendig, die Endkunden über den richtigen, anderen Umgang mit torfreduzierten Erden und darin wachsenden Pflanzen aufzuklären. Wir machen einen kleinen Anfang und haben in der neuen Ausgabe der Gärtnerbörse ab Seite 16 zwei Doppelseiten mit Tipps für den Kunden zusammengestellt. Weitere folgen.

► Die Gärtnerbörse 5/2022 erscheint am 24. September – Einzelhefte, Abos und E-Paper gibt es im TASPO Shop.

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