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Neue Hochschule Geisenheim: „Geisenheimer Konzept“ als Erfolgsmodell der Zukunft?

Am 1. Januar 2013 wurde es amtlich: Die Forschungsanstalt Geisenheim und der Fachbereich Geisenheim der Hochschule RheinMain sind nun eine eigenständige Hochschule unter dem Namen „Hochschule Geisenheim“. Auslöser dieser Entwicklung war, so berichtet Prof. Dr. Hans R. Schultz, Gründungspräsident der Hochschule Geisenheim und ehemaliger Direktor der Forschungsanstalt Geisenheim, die Kündigung des Staatsvertrages für die Forschungsanstalt Geisenheim durch das Land Rheinland-Pfalz im Jahr 2010.

Dies führte zum „Hinterfragen“ der Strukturen und der Ausrichtung des Standortes und verlangte neue Strategien, so Schultz. Insgesamt habe es sieben verschiedene Varianten beziehungsweise Vorschläge gegeben, wie eine Zukunft in Geisenheim aussehen könnte. Im Zuge dieser Entwicklung kam auch von verschiedenen Seiten der nun umgesetzte Vorschlag, die etwa 40-jährige institutionelle Trennung von Lehre und Forschung am Standort Geisenheim aufzuheben.

Eine andere Alternative war der Vorschlag, den Fachbereich Geisenheim und die Forschungsanstalt in der Hochschule RheinMain komplett zu integrieren und einen universitären Fachbereich daraus zu machen, an dem dann sozusagen eine Fachhochschul-Promotion möglich gewesen wäre – bundesweit einmalig. Hier handelt es sich hochschulpolitisch um ein hochbrisantes Thema, an das sich die hessische Landespolitik aber nicht herantraute.

So beschloss das Land Hessen am 5. Dezember 2011 eine Fusion der Forschungsanstalt mit dem Fachbereich Geisenheim der Hochschule RheinMain in Geisenheim als eigenständige Hochschule, gemäß den Empfehlungen des Wissenschaftsrates. Gleichzeitig beauftragte sie den Wissenschaftsrat mit der Konzeptprüfung zur Bildung einer solchen Einrichtung.

Damit beging das Land Hessen hochschulpolitisches Neuland, erklärt Schultz. Die Wiedervereinigung von Forschung und Lehre in Geisenheim durch eine Fusion der beiden Institutionen, die bereits 1982 vom Wissenschaftsrat gefordert wurde, sei dabei nur ein Baustein auf dem Weg zur angestrebten „Neuen“ Hochschulform. (kh)

Mehr zur neuen Hochschule Geisenheim lesen Sie in der TASPO 1/2013 auf den Seiten 3 und 4.