Neue Partnerschaft will Kreislaufwirtschaft voranbringen

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Die neue Partnscherschaft von den vier Unternehmen BASF, Sulayr, Evertis und Bobst will den geschlossenen Kreislauf bei Mehrschichtverpackungen voranbringen. Foto: anncapictures/ Pixabay

Eine neue Partnerschaft von vier Technologieunternehmen arbeitet an einem neuen Recyclingkonzept für PET-basierte Mehrschichtverpackungen. Diese galten bisher als wenig nachhaltig und nur schwer zu recyceln.

Bis 2030 nur noch recycelbare Verpackungen

Der „European Green Deal“ sieht bis 2030 vor, dass alle in Umlauf gebrachte Verpackungen wiederverwendbar oder recycelbar sind. Wie BASF, einer der Partner der neuen Kooperation betont, sei das gerade bei Mehrschichtverpackungen eine große Herausforderung. Hier müssen einzelne Schichten zunächst voneinander getrennt werden, ehe sie wieder dem Kreislauf zugeführt werden. Neben BASF als Spezialist für Industrieklebstoffe engagieren sich der Verpackungsmaschinen-Hersteller Bobst, der Folienexperte Evertis und das Recyclingunternehmen Sulayr in der neuen Partnerschaft. Dabei hat Sulayr bereits ein System entwickelt, welches das Recycling von Polyethylenterephthalat (PET) praktisch ohne Abfall möglich macht. Hier setzt die Kooperation der vier Unternehmen an, um den Prozess weiter zu optimieren und die Trennung von einzelnen Schichten bei Mehrschichtverpackungen zu verfeinern.

Zusammenarbeit aller vier Unternehmen

Dazu hat Evertis eine besondere Mehrschichtfolie hergestellt, die aus einer PET- und einer PE-Schicht besteht, welche auf einer Beschichtungsanlage von Bobst mit einem wasserbasierten Epotal-Klebstoff der BASF laminiert wird. Bei Sulayr wird diese Mehrschichtfolie schließlich nach dem Gebrauch wieder getrennt und das PET einer erneuten Nutzung zugeführt. Dabei wird das recycelte PET an Evertis und andere Folienhersteller geliefert, die den Kreislauf erneut in Gang setzen. Durch dieses Verfahren wird die Erfüllung des „European Green Deals“ für die Verpackungsindustrie sichergestellt. Das Verfahren kann für Abfälle von Verbrauchern (post-consumer) und Industrie (post-industrial) eingesetzt werden.

„Haben die Pflicht, Beitrag zu recycelbaren Lösungen zu leisten“

„Dank unserer Technologien sind wir in der Lage, die meisten PET-haltigen Mehrschichtverpackungen zu trennen und das recycelte PET der Industrie wieder als Rohstoff zur Verfügung zu stellen. […] Die wasserbasierten Epotal-Klebstoffe der BASF zum Beispiel ermöglichen eine einfache und schnelle Trennung sowie eine hohe Qualität der Rezyklate. Bei lösemittelbasierten Klebstoffen beispielsweise ist dies nicht der Fall. Wir sind sicher, dass ein verbessertes Verfahren zu einer besseren Recyclingfähigkeit PET-basierter Mehrschichtverpackungen beitragen kann“, erklärt Miguel Ángel Arena, CEO von Sulayr. „Diese Zusammenarbeit kann für die Zukunft flexibler Verpackungen wegweisend sein. Sie verdeutlicht, dass die Kreislaufwirtschaft für PET-basierte Verpackungen wirtschaftlich möglich ist, wenn wir alle an einem Strang ziehen“, ergänzt Thomas Peter Schiele, Vice President Adhesives, Fiber bonding and Paper Coating Chemicals bei BASF. „Die Anforderungen des „European Green Deals“ zwingen uns alle miteinander, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um die Nachhaltigkeit unserer Produkte zu erhöhen und systemische Veränderungen vorzunehmen, um unsere Branche zukunftssicher zu machen“, fügt auch Rui Silva, Chief Product and Innovation Officer von Evertis hinzu. „Wir möchten als Branche geeint in Richtung einer nachhaltigen Zukunft bei allen Arten von flexiblen Verpackungen gehen. Als Hersteller von Druck- und Verarbeitungsmaschinen haben wir die Pflicht, unseren Beitrag auf dem Weg zu zukunftsfähigen, recycelbaren Lösungen zu leisten“, betont auch Sara Alexander, Marketing and Communication Manager Flexible Packaging bei Bobst.