Grüne Branche

Neue Serie: Good News aus dem Gartenbau

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Nachfolgemisere, Entwertung von Blumen und Pflanzen, Firmenaufgaben, durch Globalisierung ermöglichte Dumping-Preise, Überalterung der Stamm-Konsumenten – über all das wird gern und breit berichtet. Doch es gibt im Gartenbau auch die andere Seite, die wir in unserer Serie „Good News“ vorstellen wollen.  Ein Beispiel liefert Gerrit Knoblauch aus Hamburg.

Jungunternehmer Gerrit Knoblauch aus Hamburg mit seiner Marke „Vierländer Blumenerde“. Foto: Martin Hein

Gärtnermeister wagt mit 23 Schritt in die Selbstständigkeit

Er steht im Widerspruch zu der weit verbreiteten Meinung, dass die jungen Deutschen risikoscheu und lieber angestellt als selbstständig sind, dass sie im Grunde ihres Herzens keine Unternehmer sind. Der Gärtnermeister (mit Auszeichnung) war 23 Jahre alt, als er seinen ersten Schritt als Unternehmer in die Wege leitete.

Damals standen die Markenrechte für die „Vierländer Blumenerde“ zum Verkauf, viele Jahre lang von einem Hamburger Unternehmen geführt. Zu den Markenrechten kamen der Kundenstamm und die Gewissheit bei Gerrit Knoblauch, dass „der Begriff Vierlande absolut positiv besetzt ist, er steht für Qualität. Das ist einer der Gründe, warum ich mich engagiere.“

Gerrit Knoblauch setzt auf Direktvertrieb

Produziert wird die „Vierländer Blumenerde“ nach eigenem Rezept in Kooperation mit dem Erden- und Kompostwerk Meiners in Borstel, wo zunehmend auch das Abfüllen erledigt wird. Vertrieben wird sie über den Blumengroßmarkt Hamburg – und auf Wunsch den Blumenfachgeschäften vor die Tür gestellt. Solch ein Direktvertrieb frisst natürlich viel Zeit, insbesondere im Frühjahr und im Herbst reißt Gerrit Knoblauch viele Kilometer in der Metropolregion Hamburg ab.

„Der direkte Kontakt zu meinen Kunden ist mir wichtig. Substrate sind durchaus erklärungsbedürftig. Und in der floristischen Ausbildung kein großes Thema“, erklärt der Jungunternehmer seine Präferenz für den Direktvertrieb.

Klare Vorstellungen, wie es wohin gehen soll

Seine unmittelbaren Erfahrungen und vor Ort gesammelten Kenntnisse fließen natürlich in die Marketing-Strategie von Gerrit Knoblauch ein. Er verwaltet nicht nur den Kundenstamm, er will expandieren und dafür investieren. Geld in die Hand nehmen, überlegt größer werden, die Vorteile des Direktvertriebs nutzen – Gerrit Knoblauch hat klare Vorstellungen davon, wie es wohin gehen soll.

Ergänzend zum Substrat hat der Gärtnermeister „effektive Mikroorganismen“ in seinen Direktvertrieb aufgenommen. Das Produkt wird bisher vor allem von Öko-Landwirten eingesetzt. Gerrit Knoblauch ist in Norddeutschland der einzige „Bedarfshändler“, der den Floristen dieses Pflanzenstärkungsmittel näher bringt.

Tradition heißt, Flamme am Brennen zu halten

„Tradition heißt nicht Asche verwahren, sondern eine Flamme am Brennen zu halten“ – angesprochen auf diesen Satz des französischen Publizisten Jean Jaures meint Gerrit Knoblauch spontan: „Das gefällt mir, das ist richtig.“ Und durchaus möglich scheint, dass die Flamme der „Vierländer Blumenerde“ längst erloschen wäre ohne sein unternehmerisches Engagement.

Das komplette Porträt über Jungunternehmer Gerrit Knoblauch ist in der TASPO 23/2016 erschienen. Ein Exemplar der Ausgabe können Sie per Mail an Melanie Schuhmacher bestellen.