Grüne Branche

Neue Sorten: Agastache fordert Züchter heraus

Die Agastachen (Duftnessel), so ein Hinweis von Jelitto Staudensamen, waren in den letzten Jahren ein beliebtes Arbeitsfeld vieler Züchter. Sowohl interessante Samenrassen als auch vegetativ vermehrte Sorten wurden entwickelt.

Die bekanntesten Agastache-Sorten haben ihren züchterischen Ursprung in Arten aus dem Südwesten der USA und Norden Mexikos. Sie sind wegen guter Eigenschaften sowohl bei Pflanzenproduzenten und Staudengärtnern als auch bei Hobbygärtnern beliebt.

‘Tango’ heißt eine neue Agastache-Samensorte bei Jelitto. Die zu den Agastache Aurantiaca-Hybriden zählende Varietät werde das Spektrum der Vorzüge von Agastachen noch erweitern, teilte das Schwarmstedter Unternehmen mit.


Feuerorangefarbene ‘Tango’

Die trichterförmigen, feuerorangefarbenen Blüten stehen in dichten endständigen Quirlen an bis zu 35 Zentimeter hohen Stielen. Dies ist auch die Wuchshöhe. Der Blütezeitraum erstreckt sich von Juni bis Oktober. Die grau-grünen Blätter unterstreichen die Leuchtkraft der Blüten.

Das Laub versprüht zugleich einen aromatischen Duft. Die Pflanzenproduzenten, so heißt es ergänzend aus Schwarmstedt, würden besonders die kompakte Wuchsform und die kurze Kulturzeit zu schätzen wissen. Verkaufsfähige Pflanzen seien innerhalb von zwölf Wochen möglich. Außerdem blühe ‘Tango’ zuverlässig bereits im Jahr der Aussaat.

Im Garten wünscht Agastache ‘Tango’ sonnigen Standort und gut durchlässige Böden. Da diese Duftnesseln ausreichend Platz brauchen, empfiehlt sich ein Pflanzenabstand von 40 Zentimetern. Von Juni bis Oktober wird ‘Tango’ zum Magneten für Hummeln, Bienen und Schmetterlinge.

Die Agastache ‘Tango’ lassen sich jederzeit aussäen. Saatgutbedarf: zwei Gramm je 1.000 Pflanzen. Aussaatmenge: drei bis fünf Samenkörner pro Zelle (Plattengrößen: 72, 128, 288).

Für die Keimung sind gleichmäßige Feuchtigkeit (nicht nass!) und Temperatur um etwa 20 Grad wichtig. Die Samenkörner sollen nur sehr dünn abgedeckt werden. Nach erfolgter Keimung ist kühler zu stellen. Die Keimung erfolgt nicht immer gleichmäßig, aber doch meist problemlos.

Die Keimdauer wird auf drei bis vier Wochen beziffert. Topftermin: sechs bis acht Wochen nach der Aussaat. Bei Kultur in 8/9er-Container reicht eine Jungpflanze je Topf. Bei Kultur in größeren Töpfen, wie 11/12er-Container, kommen zwei Jungpflanzen pro Topf. Agastache ‘Tango’ benötigt für die Blütenbildung keine Vernalisation.


‘Astello Indigo’ aus Holland

Die zu den Lippenblütlern zählende Duftnessel macht jetzt auch bei der Fleuroselect – Internationale Organisation der Zierpflanzenindustrie – von sich reden. ‘Astello Indigo’ – eine Agastache-Hybride aus der Züchtungsarbeit von Van Hemert & Co Seeds mit Sitz im niederländischen Hazerswoude – zählt zu den fünf Fleuroselect-Goldmedaillengewinnern 2012.

Die Sorte gilt als neuer Typus unter den samenvermehrten Hybrid-Agastachen. Die aufrechten Blütenstände sind dicht besetzt mit tief indigoblauen Blüten. Zugleich ist es eine Pflanze mit kompaktem Habitus (= „kompakte Kugelform“). Sie blüht bereits im Jahr der Aussaat und benötigt keine Vernalisation für die Blütenbildung. Die Wuchshöhe wurde auf 50 Zentimeter, die Breite auf 35 Zentimeter beziffert.

Laut Fleuroselect eignet sich ‘Astello Indigo’ für die Kultur in sehr unterschiedlichen Topfgrößen, und zwar von 9er-Töpfen bis hin zur Topfgröße 22. Es sei eine robuste Pflanzen ohne spezielle Kulturprobleme.

In den Hinweisen zur Topfproduktion dieser Staudensorte nennt Fleuroselect eine Keimtemperatur von 20 bis 25 Grad. Ein bis fünf Saatkörner kämen pro Zelle, abhängig von der gewünschten Topfgröße. Nach dem Topfen werde bei zehn bis 18 Grad kultiviert.

Bei Herbstaussaaten werde im zeitigen Frühjahr in größere Töpfe umgepflanzt. Wird im Frühjahr in die Platten gesät, so könnten die Pflanzen nach fünf bis zehn Wochen eingetopft werden: eine Jungpflanze bei Weiterkultur im 9er-Topf oder mehrere Jungpflanzen in größere Gefäße.


‘Arcado Pink’, ebenfalls kompakt

Eine weitere für die Kultur von Topfstauden konzipierte Agastache-Sorte aus der Züchtungsarbeit von Van Hemert heißt ‘Arcado Pink’. Sie durchlief gleichermaßen die Prüfung von Fleuroselect (Fleuroselect Novelty 2010).

Wie ‘Astello Indigo’, so benötigt ‘Arcado Pink’ ebenfalls keinen Kältereiz und damit keine Überwinterung, eignet sich also für Kulturverfahren mit Blüte im Jahr der Aussaat. Wie der Name sagt, hat ‘Arcado Pink’ pinkfarbene Blütenstände; diese erscheinen im Zeitraum von Juli bis Oktober. Das Wuchsverhalten entspricht demjenigen von ‘Astello Indigo’.

Van Hemert ist ein vor 135 Jahren (1876) gegründetes Unternehmen mit Ausrichtung auf Samenhandel und Züchtung. Der Katalog umfasst ein breites Sortiment an ein- und mehrjährigen Blumenarten, einschließlich Stauden (Internet: www.vanhemertseeds.com). Was die Agastache angeht, so wird neben den neuen kompakten ‘Astello Indigo’ und ‘Arcado Pink’ auch die Agastache rugosa herausgestellt, eine Staude mit 80 bis 120 Zentimetern Wuchshöhe. Sie hat blau-violette Blütenstände.

 

‘Black Adder’, die Dunkle

In der breiten Neuheitenpalette 2011 beim Stauden-Ring ist mit ‘Black Adder’ eine Agastache rugosa mit auffallend dunkelblauvioletten Blütenständen. Jakob Hokema sprach dies bei den Fehrle-Staudentagen an.

‘Black Adder’ ist eine Form der bekannten Agastache ‘Blue Fortune’. Die Blütenfarbe ist dunkler als bei der Ausgangssorte. Bei den anderen Eigenschaften entspricht sie der ‘Blue Fortune’, wobei reichblühend und kompakter Wuchs herausgestellt wurden. Wuchshöhe: 70 Zentimeter. Empfohlen wird Pflanzung im Frühjahr in gut durchlässige Böden.