Grüne Branche

Neue Sorten: Aubrieta, Iberis, Saxifraga

Günter Buckermann, Produktberater bei FloriPro Services, erwähnte am 2. März bei der Veitshöchheimer Fachtagung Frühjahrsblüher einige frühjahrsblühende Topfstauden aus der Züchtungsarbeit von Syngenta Seeds. Wir picken an dieser Stelle die Aubrietien, Saxifragen und Iberis heraus.

Frühjahrsblühende Stauden haben im Sortiment der Gärtnereien ebenso wie der Jungpflanzenanbieter während der letzten Jahre an Bedeutung gewonnen. Diese Produktgruppe ergänzt die in dieser Jahreszeit hervorstechenden Violen, Primeln und Zwiebelblumen.

Dass entsprechende Topfstauden kaum oder keinen Kältereiz für die Blütenbildung benötigen, wurde zu einem der Züchtungsziele. Ferner geht es um kräftige Blütenfarben, reichhaltige und ausdauernde Blühleistungen, möglichst kurze Kulturdauer (= früher Blühbeginn), guter Aufbau, gute Verzweigung, Homogenität der Pflanzen und gleichmäßige Entwicklung der Bestände während der Kultur im Gewächshaus.

 

Nicht alle Blaukissen sind blau

Die nach dem französischen Blumen- und Tiermaler Claude Aubriet benannte Gattung Aubrieta umfasst vor allem kissen- und teppichbildende, in Gebirgsregionen beheimatete und recht unanfällige Staudenarten.

Mit ihrer geringen Wuchshöhe von nur etwa zehn Zentimetern sind die Aubrietien seit jeher für Steingärten begehrt und blühen dort im Zeitraum von März bis Mai. Mit züchterischen Weiterentwicklungen sind die Aubrietien heute aber auch im Kreis der wichtigsten Topfstauden.

Die im Volksmund verbreitete Bezeichnung – Blaukissen – täuscht, da sich das Aubrietien-Sortiment nicht auf Blautöne beschränkt. Vor allem Rot- und Pink-Töne kamen dazu.

So gehörte in der aus sieben Farben zusammengesetzten Aubrietien-Serie Axcent die dunkelrote ‘Axcent Dark Red’ zu den Neuheiten 2011. Als Hauptmerkmale der nun sieben Farben umfassenden Serie gelten die Größe der Blüten, dazu der kompakte Aufbau.

Während die Blaukissen früher generell über Saatgut vermehrt wurden, spielt heute beim Anbau von Aubrietien auch die Stecklingsvermehrung eine Rolle. Die Axcent zählt zu diesen vegetativ vermehrten Pflanzen. Da sie relativ schnell wachsen und die Blütengröße zu den Merkmalen zählt, sollte man die Axcent mindestens in 10,5er-Töpfen kultivieren (besser: 12er- oder 13er-Töpfe).

Etwas kleiner sind die Blüten der Serie Audrey. Hiervon gibt es die blauen ‘Audrey Early Blue Shades’ und die rot-purpurfarbene ‘Audrey Red Purple’. Audrey ist eine F1-Hybride; die Jungpflanzen stammen somit aus Samenvermehrung.

Die Audrey gilt als Verbesserung gegenüber der alten Serie Royal. Dies bezieht sich auf einen ein bis zwei Wochen früheren Blühbeginn sowie kompakteren Pflanzenaufbau. Kultiviert wird ebenso wie bei Axcent in 10,5er- bis 13er-Töpfen.


Touran und Highlander

Ähnlich wie bei den Aubrietien, so spielt bei den Saxifraga x arendsii neben der üblichen und herkömmlichen Aussaat heute auch die Stecklingsvermehrung eine Rolle. Daher findet sich im Saxifraga-Sortiment von FloriPro Services zum einen die Highlander als „Sämlingssorte“, zum anderen die Touran als Sorte für die Stecklingsvermehrung.

Wie der volkstümliche Ausdruck Steinbrech besagt, wurden die Saxifraga lange Zeit hauptsächlich für Verwendung in Steingärten (Lebensbereich Steinanlagen) verkauft. Die Touran gilt jetzt jedoch als Beispiel für eine darüber hinausgehende Verwendung als Topfstaude und Anwendung kulturtechnischer Kriterien des Zierpflanzenbaus.

Wie Buckermann in Veitshöchheim herausstellte, sollten die stecklingsvermehrten Saxifraga x arendsii der Serie Touran in großen Gefäßen – sprich: 13er- bis 17er-Töpfen – kultiviert und beim Verkauf blühender Pflanzen als „Premiumprodukt“ herausgestellt werden. Mit alten Saxifraga-Sorten sei Touran nicht vergleichbar.

Der Katalog von FloriPro Services kennzeichnet Touran als „früheste Saxifraga-Serie, sehr reichblühend“. Die Blütezeit beginnt im Februar. Die Serie umfasst sechs Farbsorten, wobei ‘Touran Neon Rose’ als Sorte mit dem frühesten Blühbeginn gilt.

Besonders von sich reden machte im vergangenen Jahr die ‘Touran Large White’ als Sorte mit besonders großen Blüten (Neuheitenpreis auf der IPM 2010). Die Blüten erreichen fast den Durchmesser von Zwei-Euro-Münzen. Besondere Blütenfarben haben die grünliche ‘Touran Limegreen’ und die dunkelrote ‘Touran Deep Red’.

Mit niedrigeren Kosten für das Ausgangsmaterial lassen sich die sämlingsvermehrten Saxifragen der Serie Highlander kultivieren. Die Serie mit derzeit drei Farbsorten (White, Red, Rose Shades) ist für Anbau in 9er- bis 13er-Töpfen gedacht.

Blühende Pflanzen sind ab März verfügbar. Obwohl es eine Sämlingssorte ist, entwickeln sich die Bestände nach Angabe Buckermanns einheitlich. Mit 20 Zentimetern Wuchshöhe bleiben die Pflanzen relativ kompakt.

 

Stecklingsvermehrte Iberis

Bei den im Volksmund als Schleifenblume und Schneekissen bezeichneten Iberis sempervirens kommt ebenfalls die Stecklingsvermehrung auf. Buckermann stellte hierzu die Sorte ‘Snow Cone’ heraus. Ihre weißen Blüten sind größer, als man es von dieser Staudenart generell kennt.

Wie ergänzend angemerkt wurde, verzweigen sich die ‘Snow Cone’ sehr gut. Diese Pflanzen müssten daher nicht gestutzt werden. Kultiviert werden sie in 9er- bis 13er-Töpfen, wobei nach Meinung des Produktberaters aber der 12er- bis 13er-Topf ideal wäre.

Um starken Pflanzenaufbau zu erreichen, sollen die Iberis ‘Snow Cone’ bereits etwa in Kalenderwoche 27 eingetopft werden. Den Winter über können die ‘Snow Cone’ dann relativ kühl stehen („Kaltkultur“). Hauptverkaufszeitpunkt für blühende Pflanzen dieser Topfstaudensorte ist im Februar und März. Wuchshöhe: 20 bis 25 Zentimeter.