Grüne Branche

Neue Staudenkonzepte für den GaLaBau

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Neue Staudenkonzepte für die Bepflanzung von trockenen Schattenbereichen wie etwa unter älteren Gehölzen hat der Bund deutscher Staudengärtner (BdS) entwickelt. Die acht Module sind speziell für Landschaftsgärtner konzipiert und werden erstmals im September auf der GaLaBau-Messe vorgestellt.

Neue Staudenmischungen intensiv geprüft

Egal ob in öffentlichen oder privaten Grünanlagen: „Liegen Pflanzflächen unter älteren Gehölzen, fällt eine Beratung zur Bepflanzung oft schwer. Dann stellt sich die Frage – welche Pflanzen halten dem Licht- und Wassermangel stand und bilden auch noch eine stabile und ansprechende Pflanzengesellschaft?“, so der Bund deutscher Staudengärtner.

Die unter dieser Fragestellung entwickelten neuen Staudenmischungen hat der Arbeitskreis Pflanzenverwendung im BdS unter Leitung von Prof. Cassian Schmidt in einer mehrjährigen Test- und Optimierungsphase intensiv geprüft. Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass problematische Standorte mit einer Staudenunterpflanzung auch Vorteile haben können.

„Minimodule“ mit je vier bis fünf Staudenarten

So verringert sich etwa der Pflegeaufwand im trockenen Schatten aufgrund des stärkeren Stresseinflusses gegenüber helleren Gehölzrandbereichen auf meist unter ein bis zwei Minuten pro Quadratmeter und Jahr, wie der Arbeitskreis Pflanzenverwendung herausgefunden hat. Darüber hinaus tolerieren die für die neuen Pflanzkonzepte ausgewählten Staudenarten im Gegensatz zu Rasenflächen den Laubfall und weisen sogar laubschluckende Eigenschaften auf.

Die neuen Staudenkonzepte sind als „Minimodule“ für Flächen ab zehn Quadratmetern entwickelt und aus jeweils nur vier bis fünf überwiegend wintergrünen Arten zusammengestellt. Damit tragen sie „der ruhigen, eher flächigen Wirkung einer Vegetationsdecke im Schatten Rechnung“, wie der Bund deutscher Staudengärtner erklärt.

Broschüre zu neuen Pflanzkonzepten

Bei entsprechender Pflege können die neuen Mischungen „am absonnigen bis sonnigen Gehölzrand, im lichten Gehölzschatten oder im Schlagschatten von Gebäuden über viele Jahre eine geschlossene und attraktive Pflanzengemeinschaft bilden“, heißt es weiter.

Weitere Infos zur Pflanzung, Pflege und Staudenauswahl der einzelnen Module beinhaltet eine Broschüre, die mittels eines Aspektkalenders zudem die wechselnden Erscheinungsbilder der Mischungen in den einzelnen Monaten veranschaulicht. Diese Broschüre stellt der Bund deutscher Staudengärtner an seinem Stand auf der GaLaBau-Messe vor und will sie im Anschluss auf seiner Website zum Download anbieten.

Für privates und öffentliches Grün: der Kerzenknöterich

Ebenfalls mit nach Nürnberg bringen will der Verband sein Faltblatt über den Kerzenknöterich. Bistorta amplexicaulis – auch bekannt als Persicaria amplexicaulis und Polygonum amplexicaule – sei „konkurrenzkräftig, pflegeleicht und verlässlich und somit sehr gut geeignet für private und öffentliche Grünanlagen“, wie Prof. Dr. Bernd Hertle, Vorsitzender des BdS-Arbeitskreises Staudensichtung, herausstellt.

Das neue Faltblatt beinhaltet eine Übersicht der wichtigsten Ergebnisse der mehr als dreijährigen Staudensichtung. 20 der inzwischen über 50 zur Verfügung stehenden Kerzenknöterich-Sorten erhielten darin die Bewertung „ausgezeichnet“, was Prof. Hertle als Beleg ansieht, dass sich „Bistorta in der Verwendung als weitgehend unproblematisch erweist“.

GaLaBau kann klare, strukturierende Akzente setzen

Landschaftsgärtner können laut BdS mit dem verhältnismäßig pflegearmen Kerzenknöterich „in Driftpflanzungen und Rabatten, aber auch einer naturalistischen Staudenverwendung“ klare, strukturierende Akzente setzen.

Mehr Infos sind in dem neuen Faltblatt enthalten, das der Bund deutscher Staudengärtner ebenfalls nach der GaLaBau zum Download zur Verfügung stellen will.