Grüne Branche

Neue Tarife vereinbart: 4,7 Prozent mehr im Gartenbauverband Nord, plus 4,6 Prozent in Bayern

Für den Erwerbsgartenbau in Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Hessen erzielten die Tarifpartner, der Gartenbauverband Nord und die Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt (IG BAU), einen Tarifabschluss. Ebenfalls einigten sich der Arbeitgeberverband für die Land- und Forstwirtschaft Bayern und die IG BAU auf einen neuen Tarif im Erwerbsgartenbau in Bayern, mit Ausnahme der Sparte Baumschule, die über einen eigenen Tarifvertrag verfügt. Für den Gartenbau im Nordverbund, ausgenommen Mecklenburg-Vorpommern, steigen die Löhne und Gehälter ab 1. Dezember 2007 bis zum 30. November 2008 um 2,8 Prozent. Das entspricht einem Ecklohn (Gärtner im dritten Gehilfenjahr) von 10,33 Euro und 10,03 Euro für Floristen. Vom 1. Dezember 2008 bis zum 31. März 2010 werden die Löhne und Gehälter um 1,9 Prozent angehoben. Daraus ergibt sich ein Ecklohn von 10,53 Euro für Gärtner und 10,22 Euro für Floristen. Seit dem Ende des letzten Tarifvertrages, also ab 1. April 2003, erfolgte Lohnerhöhungen können auf die jetzigen Tariferhöhungen angerechnet werden. Die Ausbildungsvergütungen steigen entsprechend.

Außerdem einigte man sich im Rahmentarifvertrag darauf, dass der Arbeitszeitfächer von bisher 45 Stunden pro Woche auf 50 Stunden erweitert wird. Im nächsten Jahr wollen die Tarifparteien ein Insolvenzsicherungsmodell erarbeiten und beschließen. Kommt es dabei zu keiner Lösung, gelten ab 2009 wieder 45 Stunden pro Woche. Des Weiteren wurden verschiedene niedrige Lohngruppen (K1, 5aa, 5b und 5bb) gestrichen. Nicht durchsetzen konnte sich die IG BAU bei der Forderung nach einem Mindestlohn von Saisonarbeitskräften. In einer Protokollnotiz einigten sich die Tarifpartner auf folgende Formulierung: "Sollte es auf Bundesebene während der Laufzeit des Tarifvertrages zu einem Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte kommen, der den Geltungsbereich dieses Tarifvertrages berührt, findet der bundeseinheitliche Tarifvertrag Anwendung. Unter diesem Niveau liegende Gruppen des 'Landestarifvertrages' entfallen." Gleichzeitig vereinbarten die Tarifpartner, im Jahr 2008 den Rahmentarifvertrag zu modernisieren. Außerdem streben sie eine möglichst schnelle tarifliche Regelung zur Altersvorsorge an.

Für Gartenbaubetriebe in Mecklenburg-Vorpommern gilt dieser Tarifabschluss nicht, hier existiert ein eigener Tarifvertrag. Allerdings konnten die Verhandlungen in diesem Jahr nicht abgeschlossen werden.

Erstmals seit 2004 gibt es jetzt auch in Bayern eine Lohnerhöhung für den Gartenbau. Rückwirkend zum 1. November 2007 steigen die Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen um 2,8 Prozent. Der Ecklohn liegt dann bei 10,61 Euro.

Zum 1. November 2008 erhöhen sich die Löhne nochmals um 1,8 Prozent. Das ergibt einen Ecklohn von 10,80 Euro. Der Arbeitszeitfächer wurde, wie schon im Bereich der bayerischen Baumschulen realisiert, ebenfalls auf 50 Stunden erweitert. Der Rahmentarifvertrag wurde ansonsten unverändert wieder in Kraft gesetzt. Die Laufzeit des Tarifvertrages endet am 31. Dezember 2009. Bezüglich eines Mindestlohns für Saisonarbeitskräfte haben sich die Tarifparteien auf eine Protokollnotiz verständigt mit dem selben Wortlaut wie die oben zitierte.