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Neuer EU-Pflanzenpass: rechtzeitig registrieren

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Am 14. Dezember tritt mit der Umsetzung der entsprechenden EU-Verordnungen ein neues Pflanzengesundheitssystem mit neuen Vorgaben in Kraft, die weit mehr Betriebe betreffen als bisher. Nicht nur Vermarkter wie Landgard empfehlen: Trotz des Umstellungstermins sollten sich Betriebe frühzeitig, möglichst schon jetzt, um die Registrierung bei den Pflanzenschutzdiensten bemühen.

So sieht der neue Pflanzenpass aus: Die abgebildeten Informationen muss er an genau definierten Stellen enthalten. Foto: Güse

Wer sich für den neuen EU-Pflanzenpass registrieren lassen muss

Die Registrierung von Betrieben bestand bereits im alten Regelungssystem unter anderem für Unternehmen, die Pflanzenpass-pflichtige Waren innerhalb des EU Binnenmarktes verbringen oder auch für Importeure kontrollpflichtiger Pflanzen und Pflanzenerzeugnisse bei der Einfuhr. Ab 14. Dezember gilt die Registrierungspflicht nach den Regelungen der EU-Verordnung 2016/2031/EU für Unternehmer, die unter anderem die folgenden Tätigkeiten ausüben, listet die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen auf:

  • Ausstellen von Pflanzenpässen (vom Pflanzenschutzdienst ermächtigte Unternehmer)
  • Pflanzenpass-pflichtige Ware in Verkehr bringen
  • Import von kontrollpflichtiger Ware
  • Export von Ware mit Pflanzengesundheitszeugnis
  • Anbringen von Markierungen nach Internationalem Standard für Phytosanitäre Maßnahmen (ISPM) 15, beispielsweise an Verpackungsholz

Nicht registrieren lassen brauchen sich Unternehmen:

  • die direkt kleine Mengen an Endnutzer liefern (Pflanzen, Pflanzenerzeugnisse, passpflichtige Samen)
  • Transporteure von Pflanzen und -erzeugnissen (im Auftrag eines anderen Unternehmers)
  • Transporteure von Waren bei Verwendung von WPM (Verpackungsholz)

Registrierung auf Initiative des Unternehmers

Die Registrierung nach den Vorschriften der Pflanzengesundheitsverordnung 2016/2031/EU erfolgt auf Initiative des Unternehmers. Der Antrag ist bei der zuständigen Behörde einzureichen. Es erfolgt eine Prüfung der Antragsdaten und die Zuweisung einer Registriernummer. Diese ist dann beispielsweise Bestandteil des Pflanzenpasses.

Bei dem EU-Pflanzenpass handelt es sich um ein amtliches Etikett mit genau definierten Angaben. Diese Angaben umfassen neben der deutschen und englischen Bezeichnung für Pflanzenpass in der rechten oberen Ecke sowie der Flagge der Union in der linken oberen Ecke alle relevanten Daten zu Produkt und Rückverfolgbarkeit. Im Wesentlichen sind dies botanischer Name der Pflanzen sowie Ursprungsländercode, Registriernummer des Unternehmens und Rückverfolgungscode der jeweiligen Pflanze. Der Pflanzenpass muss dabei stets direkt an der Handelseinheit – getrennt von anderen Informationen – gut sichtbar und unveränderbar angebracht sein.

Pflanzenpass-Etiketten zur Erfüllung der Kennzeichnungspflicht

Zur Erfüllung der Kennzeichnungspflicht bieten Etikettenhersteller wie beispielsweise die Güse GmbH (Reinbek) Pflanzenpass-Etiketten, die alle Vorgaben der Pflanzenschutzverordnung erfüllen, aber auch komfortable Komplettlösungen aus einer Hand. Das Spektrum reicht von kostengünstigen Einstiegslösungen für den Druck der Etiketten bis hin zu leistungsfähigen Industriemodellen für anspruchsvolle Kennzeichnungsanforderungen bei hohen Stückzahlen – inklusive Service und Support. Abgerundet wird das Angebot durch entsprechende Etikettendrucksoftware.

Mehr zum neuen EU-Pflanzenpass und den Pflichten registrierter und ermächtigter Unternehmer lesen Sie in der TASPO 36/2019, die in unserem Online-Shop abrufbar ist.