Neuer Höchstwert bei Insektenschäden im Wald

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Bedingt durch Trockenheit haben die Insektenschäden im deutschen Wald einen neuen Höchstwert erreicht, wie hier im Harz deutlich zu sehen. Foto: Sven Weschnowsky

2021 wurden insgesamt 41,1 Millionen Kubikmeter von Insekten befallenes Schadholz eingeschlagen, das sind rund 81,4 Prozent der gesamten Menge an Schadholz. Trockenheit und Hitzeperioden begünstigen die Ausbreitung von Schadorganismen.

Insektenschäden in zehn Jahren vervierfacht

Der deutsche Wald befindet sich in einem besorgniserregenden Zustand, das belegte die Waldzustandserhebung 2021. Zwar ging die Kronenverlichtung im Vergleich zu 2020 etwas zurück, denn befinde sich der Wald in keinem guten Zustand. Wie das Statistische Bundesamt kürzlich bekannt gab, sei ein neuer Höchstwert beim Schadholz durch Insektenbefall erreicht. Schädlinge wie der Borkenkäfer seien demnach für 81,4 Prozent des Schadholzes in den Wäldern verantwortlich. Das bedeutet, dass 2021 insgesamt knapp 41,1 Millionen Kubikmeter Schadholz eingeschlagen worden seien. Der Anteil habe sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als vervierfacht, denn 2011 waren Insektenschäden noch für lediglich 18,4 Prozent des eingeschlagenen Schadholzes verantwortlich. 

Fichten besonders betroffen

Inzwischen stellt der Befall durch Schädlinge die Hauptursache für den Schadholzeinschlag in deutschen Wäldern dar. Untergeordnete Rollen spielen beim Schadholz Ursachen wie Trockenheit (7,9 Prozent) und Sturmereignisse (4,6 Prozent). Besonders anfällig für den Befall mit Schadinsekten seien demnach Nadelbäume wie Fichten, Tannen und Kiefern. 2021 entfiel mit 99,3 Prozent, oder 40,8 Millionen Kubikmeter fast der gesamte insektenbedingte Schadholzeinschlag auf diese Baumarten. Vor allem die rasante Verbreitung des Borkenkäfers stellt für diese Baumarten eine besondere Gefahr dar, da der Schädling vorrangig Fichten in Monokulturen befalle. 39,4 Millionen Kubikmeter des 2021 geschlagenen Fichtenholzes sind auf Schäden durch Insekten zurückzuführen. Dies entspricht knapp zwei Dritteln (63,5 %) des geschlagenen Fichtenholzes.

Weitere Holzartengruppen mit steigendem Holzeinschlag

Auch bei anderen Holzartengruppen sei der Holzeinschlag im vergangenen Jahr gestiegen, so stieg die Menge an geschlagenem Eichen- und Roteichenholz gegenüber dem Vorjahr um 28,9 Prozent auf 1,8 Millionen Kubikmeter und der Einschlag von Kiefern- und Lärchenholz um 25 Prozent auf 10,1 Millionen Kubikmeter. An Buchen und weiteren Laubholzarten wurden 2021 etwa 9,1 Millionen Kubikmeter und damit 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr eingeschlagen.