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Neuer jüdischer Friedhof in Frankfurt (Oder)

Die jüdische Gemeinde von Frankfurt (Oder) hat einen eigenen Bestattungsort erhalten: Den ersten im Land Brandenburg neu angelegten jüdischen Friedhof übergab Kulturministerin Sabine Kunst am 27. Juni in Frankfurt (Oder). Damit kann die Gemeinde künftig ihre Toten auf einem eigenen Friedhof bestatten und muss nicht mehr auf andere Friedhöfe ausweichen.

Der Friedhof befindet sich in der Nähe des Frankfurter Hauptfriedhofes, ist rund 2780 Quadratmeter groß und eingezäunt. 250 Grabflächen sind geplant. Die rund 200 Mitglieder zählende Gemeinde hatte das Grundstück von der Stadt erworben. Das Land unterstützte das Vorhaben mit rund 150 000 Euro. Die Gesamtkosten liegen bei rund 250 000 Euro. Der neue Friedhof dokumentiere, dass jüdisches Leben im Land wieder sichtbare Wurzeln geschlagen habe, teilte der Landesverband der Jüdischen Gemeinden Land Brandenburg mit. Der einstige Friedhof der Frankfurter Juden, dessen Ursprung bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, befindet sich seit der Teilung der Stadt 1945 auf polnischer Seite, in Slubice. Er wird für Bestattungen nicht genutzt. In Brandenburg gibt es nach Angaben des Ministeriums etwa 60 verwaiste jüdische Friedhöfe. Mit Hilfe von Kommunen, Kirchen und anderen gesellschaftlichen Gruppen konnten viele von ihnen in einen würdigen Zustand gebracht werden. – fk – Quelle: Welt online/dpa

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