Grüne Branche

Neuer Verband für Mitteldeutschland

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Seit dem 1. Januar 2020 haben sich die beiden Gartenbauverbände Sachsen und Sachsen-Anhalt zum Gartenbauverband Mitteldeutschland zusammengeschlossen. Die TASPO sprach darüber mit Verbands-Geschäftsführer Tobias Muschalek.

Der Geschäftsführer des neuen Gartenbauverbandes Tobias Muschalek stand der TASPO Rede und Antwort. Foto: privat

Was waren die Hauptanliegen für den Zusammenschluss?

Die Idee eines Zusammenschlusses ist schon sehr alt. Schon 2008 gab es erste Bestrebungen. Dem Strukturwandel in unseren Bundesländern wollten die Landesverbände Sachsen-Anhalt und Sachsen begegnen und dabei unbedingt die Erreichbarkeit und die Vertretung vor Ort für die Mitglieder zu gewährleisten. Ebenso wie das Nutzen von Synergieeffekten und gegenseitige Partizipation an Veranstaltungen, Aktionen, und ähnlichem, ohne dabei die Mitglieder zu überfordern und trotz der Größe des Verbandsgebietes eine regionales Verbands- und Zugehörigkeitsgefühl zu erhalten.

Wie haben sich die Strukturen durch den Zusammenschluss verändert?

Wir stehen noch am Anfang des Zusammengangs. Anders als bei andere Zusammenschlüssen, haben hier nicht zwei Verbände fusioniert, sondern die Kolleginnen und Kollegen aus Sachsen-Anhalt sind dem Landesverband Gartenbau Sachsen e.V. beigetreten und dieser hat im vergangenen Jahr, nach einer Umfrage unter allen Mitgliedern in Sachsen und Sachsen-Anhalt seinen Namen in Gartenbauverband Mitteldeutschland e.V. geändert. Das heißt, derzeit gelten die Verbandsstrukturen des ehemaligen Landesverbandes Sachsen, jetzt für Sachsen und Sachsen-Anhalt, die sich kaum voneinander unterschieden haben. Auf einer nächsten Mitgliederversammlung wird sich noch ein Mitglied aus Sachsen-Anhalt für die Mitgliedschaft im Vorstand zur Wahl stellen. Die Veränderung der Strukturen ist und wird ein dynamischer Prozess bleiben.

Welche Chancen bietet der Zusammenschluss in Zukunft?

In erster Linie bietet der Zusammenschluss eine starke Vertretung des Gartenbaus in Mitteldeutschland. Politiker, Ministerien und Ämter begrüßen den Zusammenschluss und signalisierten ihre Unterstützung. Allein die Zusammenlegung der Verwaltungsaufgaben und die Erweiterung des Netzwerkes werden Synergieeffekte mit sich bringen. Es ist uns ganz besonders wichtig in beiden Bundesländern eine Geschäftsstelle vor Ort zu haben. Die Akzeptanz der Mitglieder hängt von der Sicht- und Erreichbarkeit des Verbandes/Geschäftsstelle ab.

Welches sind die Themen, die Ihnen derzeit auf den Nägeln brennen?

In der momentanen Lange natürlich alles was zum Thema Corona unsere Mitglieder bewegt: Was passiert mit meiner Gärtnerei, wenn ich und alle meine Mitarbeiter in Quarantäne müssen?, Wer hilft mir, wenn durch die Absagen von Märkten und Messen meine Einnahmen fehlen? und ähnliches. Für den Verband stellt sich die Frage wie wir Länderübergreifende Projekte unter Beteiligung des jeweiligen Ministerien oder Ämter realisieren können. Stichwort Förderpolitik.

Wäre es denkbar gewesen, auch den Landesverband Thüringen mit einzubinden?

Natürlich war die Einbindung Thüringens ein Thema und stand bis 2015 auch fest im Plan. Jedoch die strukturelle Besonderheit des Landesverbandes Thüringen lässt einen derzeitigen Zusammenschluss nicht zu. Ungeachtet dessen arbeiten wir sehr eng mit Kollegen aus Thüringen zusammen und unterstützen uns. Vielleicht, wachsen wir eines Tages zusammen. Doch zu schnell, zu große Verbände zu schaffen wird die Mitglieder überfordern und zu Austritten führen, da die Gefahr besteht, dass der Einzelne sich nicht mehr gesehen fühlt.

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