Neuere Fargesia-Sorten im Vergleich

Veröffentlichungsdatum: , Björn Ehsen, Deutsche Baumschule

Mit einer exotischen Halmfärbung kommt Fargesia ‘Red Zebra‘ daher, die ebenfalls unter den getesteten Sorten ist. Foto: Björn Ehsen

Gartenbambusse sind aus der modernen Gartengestaltung nicht mehr wegzudenken, denn sie sind immergrün, vielfältig einsetzbar und strahlen Leichtigkeit und Frische aus. Als besonderes gestaltendes Element wird Bambus sowohl in Privatgärten als auch in öffentlichen Parkanlagen in Einzelstellung, Gruppen und als natürliche oder geschnittene Hecke zu Recht sehr gern verwendet – und ist nicht zuletzt auch dank neuerer Sorten ­aktuell sehr gefragt.

Bundesweite Sortensichtung von 2004 bis 2012

Gerade in kleineren Hausgärten sind die horstbildenden Fargesia oft die einzige Möglichkeit, Bambus zu pflanzen, ohne sich die Nachteile Ausläufer treibender Arten einzuhandeln. Zwischen 2004 und 2012 erfolgte eine bundesweite Sortensichtung (siehe www.gehoelzsichtung.de). Seitdem sind viele neue Sämlings-Selektionen und Kreuzungen auf den Markt gekommen, die die Verwendungsmöglichkeiten für flächige Pflanzungen, Gefäßbepflanzungen und für hohe Hecken, auch an sonnigen Standorten, enorm vergrößerten. Auch ist die Vielfalt des Erscheinungsbilds an Halmfärbung, Belaubung und Habitus deutlich größer geworden.

Neue Sorten bereichern Sortiment

Hier sind besonders die Sorten der geschützten Marke „Well-Born Bamboo Africa“ zu nennen, die – inspiriert durch die Farbenpracht Afrikas – eine beeindruckende Serie von in den Halmen und Knospenhüllblättern farbenfrohen, kontrastreichen und sehr wüchsigen Sorten bilden. Sie stammen aus robusten chinesischen Wildsämlingen. Einige der im Versuch stehenden Sorten werden erst demnächst auf den Markt kommen. Auch Sorten wie ‘Moontears’ und ‘Elias’ bereichern das bestehende Sortiment, weil sie neue Verwendungsmöglichkeiten in flächigen Pflanzungen, Gefäßbepflanzungen oder als Kugelformen bieten.

Erste Generation zeigt Schwächen

Bislang bewährte Sorten der „ersten Generation“, die nach der weltweiten Blüte von Fargesia murielae und F. nitida entstanden, wie ‘Standing Stone’, ‘Jumbo’ oder ‘Bimbo’, erweisen sich mittlerweile in der Produktion als oft nicht mehr so vital, zeigen zunehmend Schwächen bei der Wurzelbildung und sind anfällig für Pilzerkrankungen, Schmierläuse und Milben (Kullmann 2019). In der Kultur im Gewächshaus oder im Folientunnel erweisen sich besonders Schmierläuse als schwer zu bekämpfende Schädlinge, was bei starkem Befall sehr zu Lasten des Pflanzenzuwachses geht.

Download: Eigenschaften der geprüften Sorten

Von Frühjahr 2019 bis Ende 2021 wurden an der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Bad Zwischenahn insgesamt 27 Sorten in zweifacher Wiederholung im voll sonnigen Freiland sichtungsmäßig aufgepflanzt, um zum einen ihren Gartenwert zu vergleichen, aber auch um mögliche Unterschiede in ihrer Anfälligkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen zu beobachten. Hier können Sie eine Tabelle mit den Eigenschaften der geprüften Sorten herunterladen. Mehr über das Prüfverfahren und die geprüften Arten/Sorten lesen Sie zudem in der aktuell erschienenen Deutschen Baumschule 5/2022.

 

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