Grüne Branche

Neues Förderinstrument EIP: Schleswig-Holstein startet Zukunftswerkstatt

Eine Zukunftswerkstatt für den Gartenbau haben der Gartenbauverband Nord (GVN), der Landesverband Schleswig-Holstein im Bund deutscher Baumschulen (BdB SH) und die Gartenbauabteilung der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LK SH) im Norden gestartet. Ermöglicht wird das Vorhaben durch das neue EU-Förderprogramm EIP, welches die drei Projektträger mithilfe der Service GRÜN Fördergesellschaft für Baumschulen und Gartenbau in Norddeutschland mbH umsetzen. 

Beim EIP-Workshop der Einzelhandelsgärtner im Hamburger Haus des Gartenbaus wurden innovative Projektvorhaben für die EIP-Förderperiode 2015 bis 2017 in Schleswig-Holstein erarbeitet. Foto: GVN

Die Förderung der Europäischen Landwirtschaft und die Entwicklung des Ländlichen Raumes (ELER) wurden durch ein den Angaben zufolge „sehr wirkungsvolles Instrument“ ergänzt. Ab 2015 kann die Zusammenarbeit von Betrieben, Beratern, Verbänden und Wissenschaftlern in sogenannten Europäischen Innovations-Partnerschaften (EIP) in regionalen Gruppen (Operationellen Gruppen) gefördert werden.

Die Landesregierung in Schleswig-Holstein hat dieses Instrument fortentwickelt und unterstützt die Bildung Operationeller Gruppen. Ferner ergänzt sie die Förderung der EU mit Landesmitteln. Ziel dieser Strategie ist es, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit in Landwirtschaft und Gartenbau zu fördern.

Derzeit werden in Workshops die Zukunfts- und Innovationsstrategien für Schleswig-Holstein definiert. Bis Ende Oktober wollen die Projektträger die Innovationsprojekte in einem Antrag zusammenfassen. Bearbeitet werden sollen unter anderem Fragen der Baumschulwirtschaft wie thermische Bodenentseuchung bei Rosacaeen (Bodenmüdigkeit) und Baumsortimente, die sich dem wandelnden innerstädtischen Klima („Klimawandelbäume“) anpassen.

Einzelhandelsgärtnereien suchen nach Strategien zur Steigerung der Kundenfrequenz. Die Friedhofsgärtner verfolgen innovative Maßnahmen, die den Friedhof als Ort für alle Bestattungen sichern. Der Gemüsebau schlägt den Aufbau eines Referenzsystems zur bedarfsgerechten Nitratversorgung beim Kohlanbau, die Nutzung von Kältespeichern mit Windenergie bei der Langzeitlagerung von Kohl und die Entwicklung eines 90-Tage-Kohls vor.

„An der Vielfalt der ersten Vorschläge ist zu erkennen, wie vielschichtig die Herausforderungen des Gartenbaus sind. Bis zur Antragstellung werden unsere Mitgliedsbetriebe sicherlich noch weitere Innovationen ausarbeiten“, stellen GVN-Präsident Andreas Lohff und Axel Huckfeldt, Vorsitzender des BdB SH, übereinstimmend fest. „Denn EIP ist eine Initiative, die von Betrieben kommt und nicht von Ministerien oder Verbandsgremien übergestülpt wird.“

Mit der Zukunfts- und Innovationsstrategie, darin sind sich Verbände und Landesregierung einig, werde die Gartenbauwirtschaft wettbewerbsorientiert und nachhaltig weiterentwickelt. (ts/gvn)