Grüne Branche

Neues Leben auf dem Friedhof

Friedhöfe sind lebendige Orte meint Heike Boomgaarden und plädiert dafür diese wieder zu Lebensmittelpunkten zu machen. Die Autorin zeigt kritisch die Grenzen klassischer Stadtplanung auf.

Der lebendige Friedhof, eine Wortwahl welche zuerst einmal provokant ist. Doch der Friedhof ist in unseren Städten und in unserer Gesellschaft ein Ort, der von unglaublicher Lebensqualität zeugt. Die Bepflanzung, Kräuter, Sträucher Bäume sind, ganz nach dem Prinzip der Permakultur, die besten Feinstaubfilter. Doch das ist nur ein winziger Aspekt warum Friedhöfe eine solch wichtige Funktion in unserer Zeit haben.

Die Welt gerät aus den Fugen:

  • Das Klima – die Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxid in der Atmosphäre hat einen historischen Höchststand erreicht,
  • die Artenvielfalt – die Biodiversität erodiert trotz dem Jahr der Biodiversität 2010,
  • die Kreisläufe – separiert statt integriert, global statt regional, billig statt effizient,
  • die Gesellschaft – Urbanisierung: größere Städte mit immer mehr und immer älteren Menschen, aber weniger Begegnung,
  • die Ernährung – Fehlernährung in Wohlstandsstaaten, (fehlende Ernährungssouveränität: Einfluss- und Kompetenzmangel in Produktion und Konsum von Lebensmitteln) und Mangelernährung in Armutsstaaten (Hunger trotz Subsistenzwirtschaft).

Diese Liste ließe sich noch beliebig weiter fortsetzen. Ursache für all diese Entwicklungen ist die in den letzten Jahrhunderten fortgeschrittene Abkopplung des Menschen von seinen Wurzeln – ökologisch, sozial und ökonomisch. Der wissenschaftlich-technische Fortschritt hat neben seinen Errungenschaften auch diese negativen Entwicklungen mit sich gebracht. Lesen Sie mehr dazu in der Juli-Ausgabe der Friedhofskultur ab Seite 26.