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Neues Merkblatt: Wurzelsperren aus Kunststoffplatten bieten keinen dauerhaften Schutz vor Wurzeleinwuchs

Das Sturmtief „Ela“ hatte verheerende Auswirkungen. In manchen Städten sind am Pfingstmontag bis zu 50 Prozent des innerstädtischen Baumbestandes geschädigt worden. Nun müssen viele Bäume gepflanzt und dafür oft neue Standorte ausgewählt werden. Ein Grund dafür: Bisherige innerstädtischen Standorte für hochwachsende Gehölze sind längst keine guten mehr für Neuanpflanzungen – denn mittlerweile gibt es mehr unterirdische Infrastruktur. Und Leitungen mögen keine drückenden Wurzeln.

Andererseits ist es in zahlreichen Städten ein Ziel geworden, durch mehr Bäume ein besseres Stadtklima zu erreichen. Denn Blattwerk bindet erwiesenermaßen Feinstaub, nimmt Feuchtigkeit auf und sorgt an heißen Sommertagen für angenehme Aufenthaltsorte im Freien. Folglich gilt es, Lösungen zu finden, mit deren Hilfe Bäume auch in Bereichen mit Unterflur-Leitungen gepflanzt werden können und wie Rohre im Boden vor Beschädigungen durch Wurzeln noch stehender älterer Bäume zu schützen sind.

Bislang sollten Wurzel-Schutzmembrane oder -schutzfolien einen Einwuchs der unterirdischen Triebe verhindern. Die Erfahrung hat aber an vielen Stellen gezeigt, dass die Wurzeln solche Schutzmaßnahmen eher als Anregung für eine vermehrte Ausbreitung nehmen. Denn wo Schutzfolien eingearbeitet werden, ist der Boden locker. Zudem leiten die Folien Wasser ins Erdreich, auf dessen Suche Wurzeln ja letztlich sind.

Neues Merkblatt zu Wurzelsperren
In dem neuen Merkblatt „Wurzelsperren aus Kunststoffplatten, -folien oder ähnlichem bieten keinen dauerhaften Schutz vor Wurzeleinwuchs in Leitungszonen“ dokumentiert der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige für den Garten- und Landschaftsbau, Dr. Clemens Heidger aus Hannover, warum andere Vorgehensweisen für passive Schutzmaßnahmen im Leitungsgraben nachhaltiger sind.

Eine geeignetere Lösung für das Problem Wurzeleinwuchs stellen dem Merkblatt zufolge wurzelfeste Verfüllmaterialien dar: Sie ermöglichen es, auch nahe an Leitungen für die Pflanzen Räume fürs Wurzeln zu schaffen. Rohrleitungen und Kanäle bleiben dabei dauerhaft geschützt. Von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) wird inzwischen ohnehin der Einsatz wurzelfester Verfüllmaterialien ausdrücklich gefordert. So zu ersehen im Merkblatt DWA-M 162 „Bäume, unterirdische Leitungen und Kanäle“.

„Empfehlungen für Baumpflanzungen“ Teil 2, Ausgabe 2010
Und auch die „Empfehlungen für Baumpflanzungen“ Teil 2, Ausgabe 2010 der FLL (Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau) sehen vor, dass unterirdische Leitungen durch porenraumarme Verfüllstoffe geschützt werden müssen. Gemeint sind Materialien, die von Wurzeln gar nicht oder nur sehr schlecht erschlossen werden können. Neben dieser Forderung müssen die Materialien aber noch weitere bautechnische und bodenphysikalische Anforderungen erfüllen.

Eines der natürlichsten wurzelfesten Verfüllmaterialien sind die Dernoton-Fertigmischungen. Das Material erfüllt – gutachterlich bestätigt – alle zu berücksichtigenden bautechnischen und bodenphysikalischen Anforderungen an ein Bettungsmaterial im Kanal- und Leitungsbau und entspricht als wurzelfestes Verfüllmaterial somit den allgemein anerkannten Regeln der Technik.

Auf der Fachmesse „GaLaBau 2014“ in Nürnberg erhielt die Firma Dernbach für dieses Produkt eine Innovatonsmedaille (siehe TASPO GaLaBauReport Seite 6, in der TASPO 42/14).

Mehr zum Merkblatt von Dr. Heidger finden Sie hier. (ts)