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Neues Projekt: Beeren und Klimaanpassung

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Wie steht es um die Anpassung von verschiedenen Beerensorten an unterschiedliche klimatische Bedingungen? Und welchen Einfluss haben diese auf die Fruchtqualität? Neue Erkenntnisse dazu soll das von der Universität Málaga koordinierte EU-Projekt GoodBerry liefern, an dem sich auch die Hochschule Geisenheim beteiligt.

Unter anderem an Erdbeeren werden im EU-Projekt GoodBerry die Auswirkungen unterschiedlicher klimatischer Bedingungen untersucht. Foto: x4wiz/Fotolia

Erdbeeren, Himbeeren und Schwarze Johannisbeeren als Modellpflanzen

Als Modellpflanzen dienen Erdbeeren, Himbeeren und Schwarze Johannisbeeren. Bereits bekannt ist, dass mangelnde Winterkälte bei Erdbeeren zu kurzen Blüten/Frucht- und Blattstielen und verringerter Blattfläche führt – was die Ernte erschweren beziehungsweise Ertrag, Fruchtgröße und -qualität beeinträchtigen kann.

Warmes Herbstwetter mit spätem Eintritt in die Winterruhe wiederum führt bei Erdbeeren zu einem übermäßigen Blütenansatz. Folge: kleine Früchte von minderwertiger Qualität.

Im mit einer Laufzeit von vier Jahren angesetzten Projekt GoodBerry soll nun der Einfluss unterschiedlicher Klimazonen auf die Beerenpflanzen erforscht werden. Um den Klimawandel zu simulieren, werden gleiche Sorten beziehungsweise Sämlinge an verschiedenen Standorten vom Norden bis zum Süden Europas angebaut.

Blütenbildung, Dormanz und Fruchtqualität von Beeren

Mittels molekulargenetischer Analysen im Hochdurchsatzverfahren sollen nicht nur die Standardkriterien wie Pflanzenwachstum, Ertrag und Fruchtgröße untersucht werden. Auch Blütenbildung, Dormanz und Ausprägung der Fruchtqualität werden kontrolliert.

Die Hochschule Geisenheim beteiligt sich mit drei Instituten am Projekt GoodBerry – das Institut für Obstbau (Dr. E. Krüger), das Institut für Botanik (B. Brauksiepe und Dr. K. Eimert) sowie das Institut für Weinanalytik und Getränkeforschung (Prof. F. Will). Insgesamt sind auf EU-Ebene – ergänzt durch Partner in Chile und China – 13 Forschungseinrichtungen und sechs private Unternehmen beteiligt.