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NewFoodSystems: K+S kultiviert im geschlossenen System

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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert über fünf Jahre das Innovationsprogramm NewFoodSystems mit insgesamt bis zu 20 Millionen Euro. Es soll einen Beitrag zur zukünftigen nachhaltigen Ernährung und Gesundheit der Menschen leisten. Im Mittelpunkt stehen wissenschaftliche und technische Lösungen für neue Lebensmittel und Produktionsverfahren.

Makroalgen-Zucht am K+S-Standort Sigmundshall bei Hannover. Foto: K+S

K+S einer der Industriepartner von NewFoodSystems

Einer von mehreren deutschen Industriepartnern des Programms ist das in Kassel ansässige Unternehmen K+S, das Anbieter von mineralischen Produkten für die Bereiche Landwirtschaft, Industrie, Verbraucher und Gemeinden ist.

K+S will sich im Rahmen von NewFoodSystems nach eigenen Angaben auf das Innovationsfeld Controlled Environment Cultivation (CEC) fokussieren. Hierbei steht die Kultivierung von Organismen wie beispielsweise Pflanzen und Algen in geschlossenen und damit kontrollierbaren Systemen im Mittelpunkt.

Ernte rund ums Jahr, neue Proteine für Lebensmittel

Controlled Environment Cultivation bietet die Möglichkeit, neue pflanzliche Produkte unabhängig von Witterungsbedingungen und mit mehreren Ernten im Jahr fast ohne Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in Premium-Qualitäten zu erzeugen – und das unter Rückgewinnung von Wasser und Nährstoffen aus Rest- und Abfallstoffen.

Auch neue Proteinquellen für die Lebens- und Futtermittelproduktion sowie für die Gewinnung anderer hochwertiger Inhaltsstoffe wie spezielle Fettsäuren, Carotinoide und andere Farbstoffe sowie Aromakomponenten und Ballaststoffe werden hier erschlossen.

„Die nachhaltige und ressourcenschonende Ernährung der Weltbevölkerung ist eine der großen Herausforderungen für die nächsten Jahrzehnte“, sagt Alexa Hergenröther, Leiterin der Operativen Einheit Europe+ bei K+S. „Wir wollen beim Entwickeln von innovativen Lösungen im Nahrungsmittelbereich mit unserem Know-how und unserer Infrastruktur entscheidend dazu beitragen.“

Eigene Versuchsanlage zur Aufzucht von Makroalgen

Ein neuer Innovationspark von K+S am ehemaligen Kali-Standort Sigmundshall bei Hannover wird im Rahmen des Innovationsprogramms eine wichtige Rolle spielen und die vielfältigen Projekte bei ihrer Umsetzung unterstützen. Bereits seit August vergangenen Jahres betreibt K+S dort eine Versuchsanlage zur Aufzucht von Makroalgen. Das Unternehmen forscht zudem im Bereich Aquaponik mit einer Versuchsstation am Sitz des Unternehmens in Kassel.

NewFoodSystems steht unter der Koordination des Max Rubner-Instituts (MRI) in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV).