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Niederländische Baumschulen wollen wieder erweitern

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Immer mehr niederländische Baumschulen wollen ihre Anbauflächen erweitern. Rund doppelt so viele wie im Vorjahr planen dieses Vorhaben, wie aus der jährlichen Umfrage des Marketing-Dienstleisters Agridirect hervorgeht.

Ein Drittel der größeren niederländischen Baumschulen will laut einer Umfrage von Agridirect erweitern. Foto: Gabriele Friedrich

Doppelt so viele Baumschulen wie im Vorjahr wollen erweitern

Demnach wollen aktuell 16,5 Prozent ihre Anbauflächen vergrößern. Im Vorjahreszeitraum waren es nur 8,1 Prozent der befragten Baumschulen, also nur halb so viele. Und in den Jahren davor lag dieser Prozentsatz immer zwischen 6,5 und 9,7 Prozent. Gleichzeitig sinkt der Anteil derjenigen, welche die Produktion aufgeben wollen, ganz leicht.

Vom Jahr 2014 bis Ende 2016 lag der Anteil der Baumschulen, die ihren Betrieb verkleinern oder ganz aufhören wollten, bei etwa 11,5 Prozent. Im Jahr 2017 schnellte dieser Anteil laut Agridirect auf 16 Prozent hoch. Jetzt ist er wieder leicht gesunken auf 15,7 Prozent der Baumschulen, die sich verkleinern oder aufhören wollen.

Vor allem große Baumschulen mit Expansionsplänen

Expansionspläne haben vor allem die großen Baumschulen. Bei Unternehmen mit mehr als 20 Hektar wollen 33,3 Prozent gerne erweitern. Und bei Baumschulen mit zwölf bis 20 Hektar wollen sich 31,5 Prozent vergrößern. Kleinere Unternehmen sind viel weniger geneigt zu expandieren. Der niedrigste Prozentsatz mit 12,8 Prozent liegt bei Baumschulen mit weniger als vier Hektar. Gleichzeitig sind die kleinsten Betriebe mit nahezu einem Fünftel oder 19,6 Prozent diejenigen, die am ehesten verkleinern oder aufhören wollen, so Agridirect. Nur 1,3 Prozent der größten Baumschulen wollen ihre Flächen verkleinern oder aufhören.

Die Zahlen zeigen, so Agridirect, dass kleine Baumschulen eher dazu neigen, aufzuhören und die verbleibenden großen Unternehmen immer größer werden. Henk Raaijmakers, Vorsitzender Abteilung Gehölze und Stauden in der niederländischen Land- und Gartenbau-Organisation LTO, sieht die Ursachen dafür in der Wirtschaftskrise.

Wirtschaftskrise setzt kleineren Baumschulen deutlich mehr zu

Größere Unternehmen seien wahrscheinlich gut durch die Krise gekommen und hätten ihr Umsatzniveau in etwa halten können. Jetzt, da die Wirtschaft wieder im Aufschwung ist, seien diese Baumschulen in der Lage, auch wieder zu expandieren. Ferner wird erwartet, dass diese auch wieder investieren, etwa in die Zertifizierung im Hinblick auf weitere Umweltvorschriften. Auch damit könnten sie Agridirect zufolge leichter fertig werden.

Kleinere Baumschulen hatten hingegen viel größere Schwierigkeiten, mit der Wirtschaftskrise umzugehen und in Zertifizierungen zu investieren. Jetzt, da die Wirtschaft wieder anzieht, seien diese Unternehmen eher dazu geneigt, Flächen abzubauen oder ganz aufzuhören, so Raaijmakers.

Mit seinem Baumschulscanner erhebt Agridirect jeweils gegen Ende des Jahres Daten. Ende 2018/Anfang 2019 wurden mit Hilfe einer telefonischen Umfrage insgesamt rund 1.400 niederländische Baumschulgärtner interviewt zu Fragen unter anderem über ihre Geschäftstätigkeiten, Investitionspläne und zukünftige Vorhaben.