Grüne Branche

Niederlande: Gartenbau in „tiefster Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“

Naaldwijk. Die kürzlich von Erzeugern in den Niederlanden gegründete „Gartenbauerfront“ (Telersfront) sieht ihre Branche, deren Produkte vor allem nach Deutschland exportiert werden, in der „tiefsten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“, berichtet die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) in ihren Auslandsnachrichten (Ausgabe 2/2009 vom 24. Juni 2009). Als Ursachen nennt die Initiative gestiegene Rohstoff- und niedrige Erzeugerpreise, die bei vielen Betrieben zu Verlusten geführt hätten. Zudem hätten die Banken ihre Konditionen bei der Kreditvergabe deutlich verschärft. Um eine drohende „Flutwelle von Betriebsaufgaben und Insolvenzen“ im Gartenbau zu verhindern, will die „Gartenbauerfront“ nun mit einer Unterschriftenaktion Finanzierungshilfen vom niederländischen Parlament einfordern. Im Zentrum der Forderungen stehen staatliche zinsverbilligte Überbrückungskredite und der Verzicht auf die Verschärfung gesetzlicher Anforderungen an den Unterglasanbau. Am 1. Juli will die Gartenbauerfront ihre Petition dem Parlament vorlegen. An diesem Tag ist dort eine Debatte über Nachhaltigkeitsaspekte des Gartenbaus geplant. Die „Gartenbauerfront“ ist eine Initiative einiger Gemüse- und Zierpflanzenanbauer, die im Westland, dem größten zusammenhängenden Unterglasanbaugebiet der Niederlande, wirtschaften. Bereits im November vergangenen Jahres hatte die Rabobank, die gut 80 Prozent der landwirtschaftlichen Kredite in den Niederlanden vergibt, geschätzt, dass 30 Prozent bis 35 Prozent der Gartenbaubetriebe nur mit zusätzlichen Krediten „überleben“ könnten.