Grüne Branche

Niederlande: Kannibalismus befürchtet

Die Großhändler haben keine Angst vor der Konkurrenz, sind aber besorgt darüber, wie der Wettkampf in der Absatzarena geführt wird. Besonders dort, wo es ungleiche Wettbewerbsbedingungen der Marktteilnehmer gibt. So äußert sich aktuell Herman de Boon, Vorsitzender des niederländischen Verbandes der Blumen- und Pflanzengroßhändler.

Er warnt davor, das Versteigerungssystem weiter zu schwächen. Stattdessen könne eine Kannibalisierung auftreten, wenn FloraHolland beispielsweise als Händler auftritt. Traditionelle Absatzwege treten immer mehr in den Hintergrund, während der direkte Absatz wächst und neue Marktteilnehmer aus Produktion, Marketing und Dienstleistung hinzukommen, so de Boon.

Neue horizontale und vertikale Partnerschaften entstehen, ebenso kürzere Absatzketten und neue Geschäftsmodelle. Sie erhöhen den Wettbewerb weiter, so de Boon, die „Rosinenpicker“ suchen sich nur die attraktivsten Teile, Quersubventionierung wird üblich, alles führe zu weiterem Druck auf die Margen.

Großhändler brauchten eine Konkurrenzsituation nicht zu fürchten, denn ihre Zuverlässigkeit, Produktqualität, Flexibilität und Innovationskraft bleiben weiterhin gefragt. Sie zeigen sich aber besorgt um die ungleichen und unfairen Wettbewerbsbedingungen. (fri)