Grüne Branche

Niederlande: Teile der insolventen Ciccolella bereits vergeben

Dienstag vergangener Woche hat die Rechtbank Amsterdam das Insolvenzverfahren des Blumengroßhändlers Ciccolella Holding International eröffnet. Sie hat ihren Hauptfirmensitz im nordholländischen De Kwakel. Eingesetzt ist der Verwalter Wouter Jongepier von der Kanzlei Boekel De Nerée (Amsterdam). Zur Holding zählen zahlreiche Unternehmen wie die Zurel Gruppe aus Aalsmeer, die Leliveld Gruppe B.V. aus De Kwakel mit den Töchtern Top Flora, Greenfit, Sierex und Flower Plant Partners B.V. in Honselersdijk mit Disva Gardencenter Plants, Diskoflora und Sardoflora.

Im Verlauf der Woche meldete das Vakblad voor de Bloemisterij, dass viele Tochterfirmen eher aufgeben müssten, andere weiterlaufen könnten. Nach Insolvenzverwalter Jongepier seien die Verhandlungen soweit abgeschlossen. Disva und ein geringer Teil von Zurel gehen an die Florimex sowie ein kleiner Teil von Sierex an Blumengroßhändler und Exporteur Paul Jong (NL-Zwaagdijk). Über weitere Übernahmen werde momentan nicht mehr verhandelt.

Einen Neustart soll Disva bereits am Mittwoch vergangener Woche unter der Florimex Gruppe (NL-De Kwakel) gemacht haben und habe Donnerstag vergangener Woche wieder bei der FloraHolland einkaufen können. Gespräche nach der Ciccolella-Insolvenz zwischen Mitarbeitern von Disva, FloraHolland und der Florimex Gruppe sollen dazu geführt haben. Dabei setzt Disva nur die Großhandelsaktivitäten fort und soll sich beim Absatz nicht mehr an Einzelhandelsketten richten. Das Geschäft bleibe auf Zimmer- und Gartenpflanzen beschränkt. 17 Mitarbeiter der alten Belegschaft sollen demnach in den neuen Betrieb wechseln. Nach dem Vakblad hat die neue Disva einen Jahresumsatz von rund 20 Millionen Euro.

Die Ciccolella Tochter Sierex war spezialisiert auf die Bereitstellung von verkaufsfertigen Schnittblumen und Sträußen für große Discounterketten in Europa. Nach den Angaben im Vakblad wurden aktuell die Lieferverträge für Tulpen auch umgesetzt. Einige Endkunden wie Carrefour und Truffaut hätten Ersatzlieferanten gefunden, die die bestehenden Vereinbarungen erfüllen.

Insgesamt sollen etwa 30 der 300 ehemaligen Ciccolella-Mitarbeiter zu Florimex und Paul Jong gehen. Viele andere Mitarbeiter haben laut Verwalter Jongepier bereits in anderen Firmen Arbeit gefunden.

Das italienische Mutterunternehmen Ciccolella Group S.p.A. ist in Mailand an der Börse notiert. Es soll zuvor die Handelsaktivitäten in den Niederlanden für einen symbolischen Euro in einer Stiftung, der Stichting Belangenbehartiging CHI, untergebracht haben.

Unterdessen hat die FloraHolland nach eigenen Angaben eine überraschend große Zahl an Transaktionen von Anlieferern bemerkt, die noch nach ihrer Warnung zu Ciccolella eingegangen sind. Die Versteigerung will nun prüfen, ob hier zu unrecht versucht wurde, noch Zahlungssicherheiten der Versteigerung für Pflanzenlieferungen zu erlangen. Jeder einzelne Fall werde jetzt untersucht und mit dem Erzeuger selbst besprochen. (fri)