Grüne Branche

Niederschlagswasser geschickt zurückhalten

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Die Zahl der Extremwetter-Ereignisse steigt. Kurzer und heftiger Starkregen, sogenannte urbane Sturzfluten, verursacht häufig hohe Sachschäden und im schlimmsten Fall tragische Unglücke. Um die Auswirkungen solcher Ereignisse möglichst gering zu halten, ist eine nachhaltige Infrastruktur entscheidend. Sinnvolles Regenwasser-Management rückt dabei stärker in den Fokus aller am Bau beteiligten Disziplinen.

Die Teilnehmer der Fachtagung der Initiative Forum Grünes Bauen Bayern an der altstadtnahen Wörnitzaue in Wassertrüdingen. Foto: Julian Herold/VGL Bayern

Praxisnahe Strategien zum nachhaltigen Umgang mit Regenwasser

Über praxisnahe Strategien zum nachhaltigen Umgang mit Regenwasser informierte die Initiative Forum Grünes Bauen Bayern im Rahmen der bayerischen Landesgartenschau in Wassertrüdingen. Die Veranstaltung behandelte Aspekte einer urbanen Infrastruktur für ein nachhaltiges Regenwasser-Management, um Niederschläge entweder länger zurückzuhalten oder schneller versickern zu lassen. Dabei wurde insbesondere der Regenwasser-Bewirtschaftung mit Dachbegrünungen und versickerungsfähigen Belägen eine wichtige Rolle eingeräumt.

Immer mehr Gemeinden gehen dazu über, gesonderte Niederschlagswasser-Gebühren für versiegelte Flächen zu erheben oder direkt vorzuschreiben, dass Niederschlagswasser auf dem eigenen Grundstück zu entwässern sei, so der Präsident des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern, Gerhard Zäh. „Daher braucht es neue innovative Ideen, wie Niederschlagswasser geschickt auf der Fläche zurückgehalten werden kann.“

Regenwasser-Bewirtschaftung mit Dachbegrünung

Vor allem unter Berücksichtigung von Dachbegrünungen tut sich was in Sachen Regenwasser-Bewirtschaftung, sagte Dr. Gunter Mann, Präsident des Bundesverbands GebäudeGrün, in seinem Vortrag zum Thema „Regenwasser-Bewirtschaftung mit Dachbegrünung. Retentionsdächer & Co“. Das spiegele sich in dem aktuellen Projekt „Grün trifft Blau“ wider, das von der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung initiiert und derzeit von der Hafen City Universität Hamburg federführend betreut wird.

Hier fand Ende vergangenen Jahres ein erster Erfahrungsaustausch namhafter Siedlungswasserwirtschaftler und Dachbegrüner statt, bei dem unter anderem über die verschiedenartigen Anwendungen von Abflussbeiwerten diskutiert wurde. Neue Regelwerke gehen richtungsweisend auf die zuvor angesprochene Situation ein und berücksichtigen immer mehr die vielseitigen positiven Wirkungen begrünter Dächer mit Wasserrückhaltung und -speicherung, Abflussverzögerung und Verdunstung.

Baulich sichernder Hochwasserschutz in Wassertrüdingen

Landschaftsarchitekt Maik Böhmer stellte die Idee, die Konzeption und die Entwicklung des Geländes der Gartenschau in Wassertrüdingen vor, welche er mit seinem Berliner Büro Planorama Landschaftsarchitektur geplant hat.

So bestand der Kern der Aufgabe im Teilbereich der altstadtnahen Wörnitzaue in Wassertrüdingen darin, einen baulich sichernden Hochwasserschutz in eine ganzheitliche Freiraumplanung einzubetten. Ziel war es, mit den eingesetzten Finanzmitteln möglichst auch einen Mehrwert auf städtebaulicher Ebene und ganz konkret in der alltäglichen Lebensqualität zu generieren, so Böhmer.