Grüne Branche

NL: Wasserreinigung ist bald Pflicht

Verschärfte Auflagen zur Qualität des abgegebenen Wassers drohen bald den niederländischen Gartenbaubetrieben.

Gereinigtes Drän- und Spülwasser – in den Niederlanden ist das bald vorgeschrieben. Foto: HB

Für Unterglasbetriebe sollen die neuen Vorschriften voraussichtlich ab 2018 gelten. Ihr Dränwasser sowie Spülwasser von Filtern, das in die Umwelt gelangt, soll von Rückständen von Pflanzenschutzmitteln und Düngern gereinigt werden, wobei ein Reinigungserfolg von mindestens 95Prozent angestrebt wird. Die Reinigung kann individuell im Einzelbetrieb oder auch in Gemeinschaftsanlagen für mehrere Betriebe erfolgen.

Verschiedene Techniken zur Reinigung
Pflanzenschutzmittelrückstände können mit verschiedenen Methoden reduziert werden, zum Beispiel werden UV-Belichtung, Erhitzung oder der Einsatz von Wasserstoffperoxid empfohlen. Für die Reinigung von Nährstoffen aus Düngemitteln wurden keine Techniken genannt, sondern die Wiederverwendung des Dränwassers vorgeschlagen.

Die Höchstmenge an Stickstoff, die von Betrieben an die Umwelt abgegeben werden darf, liegt je nach Kultur bei 25 (Beet- und Balkonpflanzen) bis 200 (Orchideen) kg je ha und Jahr.
Bei Containerbaumschulen mit Folienabdeckung im Freiland muss das Dränwasser aufgefangen werden; Beckengrößen von mindestens 500–1.200 m³/ha werden verlangt. Auf wasserdurchlässigen Containerflächen ohne Folienabdeckung, deren Wasser nicht aufgefangen werden kann, ist ausschließlich der Einsatz von Depotdüngern vorgeschrieben; auf schnell lösliche Nährsalze muss dort verzichtet werden. HB/db

Quelle: Arno Engels: Zuivering en lozing restwater: dit seelt onder glas. De Boomkwekerij 9, 29.4.16, S. 12–13

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