Grüne Branche

Nostalgie und Moderne bei Anthura vereint: Neubau-Projekt eines holländischen Zierpflanzenbetriebes

Ein neuer zentraler Produktionsstandort der Firma Anthura in Bleiswijk soll zu einem Blickfang werden. Bis Ende 2008 soll der geplante Gewächshauskomplex betriebsfertig sein, teilt das auf Anthurien- und Orchideen-Jungpflanzen spezialisierte Unternehmen jetzt mit. Bei dem Neubau will Anthura die imposante Architektur des berühmten Palmenhauses im Botanischen Garten Kew aus dem Jahr 1848 aufgreifen. Der Neubaukomplex soll damit den Charme der Orangerien und Botanischen Gärten aus dem 19. Jahrhundert ausstrahlen, zugleich aber modernste Materialien nutzen und die effizientesten Kulturverfahren ermöglichen. Eine solche Gewächshausanlage würde auch zu einem Schmuck in der Landschaft und zu einer inspirierenden Arbeitsumwelt für die Beschäftigten, heißt es in der Pressemitteilung von Anthura. Der geplante Neubaukomplex wird insgesamt eine Fläche von zwölf Hektar - also 120 000 Quadratmeter - einnehmen. Zusätzlich entsteht ein doppelstöckiges Gebäude von zwei Hektar. Kernstück der Innenausstattung wird das automatisierte Container-System sein. Durch maximale Klimaregulierung wird eine erhebliche Energieeinsparung erwartet. Anthura will in diesem Zusammenhang auch Techniken wie Diaphragma-Schirm und "Gewächshaus im Gewächshaus" nutzen. Der zweilagige Diaphragma-Schirm aus transparenten ebenso wie aus lichtundurchlässigen Aluminiumstreifen reguliert die Lichteinstrahlung am Tag und verhindert, dass nachts die künstliche Belichtung nach außen abstrahlt. Das Thema Lichtabstrahlung wird gerade in Holland aus Umweltgründen viel diskutiert. Auch ein spezielles Luftströmungssystem wurde angekündigt. Ein 1 625 Meter langer und neun Meter hoher Verbinder wird die Kulturflächen umgeben und unter anderem die Regelungstechniken enthalten. Außerdem soll der Verbinder an der Außenschicht eine extra Isolierschicht erhalten.

Den Auftrag für die Erstellung des Neubaus erhielt die Gewächshausbaufirma J. M. van der Hoeven aus 's-Gravenzande. Die Bauleitung ging an Aad Bom aus Naaldwijk. Wie aus Borken auf Anfrage zu erfahren war, hat der Neubau in Holland keinen Einfluss auf den deutschen Betrieb des Unternehmens (Anthura-Arndt, Borken).