Grüne Branche

Novellierung des Landesforstgesetzes: Ringen um den Anbau im Wald

Am 5. Juli fand im sauerländischen Schmallenberg-Oberkirchen ein gut besuchter Feldtag der nordrhein-westfälischen Weihnachtsbaumanbauer statt. Die große Resonanz auf die von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK NRW) und dem Gartenbauverband Westfalen-Lippe getragene Veranstaltung konnte nicht überraschen, da neben der Demonstration von Anbauversuchen mit verschiedenen Untersaaten vor allem auch die Zukunft des einheimischen Weihnachtsbaumanbaues auf der Tagesordnung stand.

Während auf den Versuchsflächen alternative Ansätze einer umweltgerechten Kulturführung mittels verschiedener Einsaaten gezeigt wurden, konzentrierte sich die Diskussion im Saal auf die vorgesehene Novellierung des Landesforstgesetzes und deren Auswirkungen auf den Weihnachtsbaumanbau in NRW.

Eine besondere Belastung ergibt sich für die Anbauer aus der vorgesehenen Novellierung dadurch, dass für alle bestehenden Weihnachtsbaumkulturen im Wald nur ein befristeter Bestandsschutz gelten soll.

Dies gilt also nicht allein für jene Flächen, die in den Jahren nach Kyrill mit meist hohem Aufwand auf Sturmwurfflächen angelegt worden sind. Des Weiteren sind zusätzliche Einschränkungen der Kulturbewirtschaftung geplant, die die Produktion erheblich verteuern und den Ertrag nennenswert schmälern. So würde jede Ballenentnahme auf Waldflächen mit dem Inkrafttreten der Gesetzesnovelle verboten werden.

Der ursprüngliche Anlass dieser im Düsseldorfer Landtag zur Beratung anstehenden Novellierung des Landesforstgesetzes sind unter anderem kontroverse Diskussionen um den Umfang und die Art des Weihnachtsbaumanbaues vor allem in einzelnen Gemeinden des Sauerlandes.

Dort finden sich traditionelle Hochburgen, in denen die Anbauflächen in den letzten fünf Jahren nochmals deutlich zugenommen haben. Ein Schwerpunkt der Ausweitung des Anbaues lag vor allem auf Waldflächen, deren Bestände vom Orkan Kyrill geworfen wurden und aufgrund unzähliger Windwurfteller sowie des verbliebenen Bruchholzes auf absehbare Zeit nur schwer wieder in Bestockung gebracht werden konnten.

In diesen Fällen bietet der Anbau von Weihnachtsbäumen nach vorherigem Mulchen der Flächen, so argumentieren die Verfechter, eine gute Möglichkeit der Rekultivierung. Diese Nutzungsalternative ist vor allem auf Pachtflächen als Zwischenlösung gedacht.

Andererseits finden sich zahlreiche bäuerliche Betriebe, die im Zuge der Sturmkatastrophe nahezu den gesamten aufstockenden Holzvorrat verloren haben und ohne Weihnachtsbaumanbau auf Jahrzehnte ohne Nutzungsmöglichkeiten aus dem eigenen Wald bleiben würden.

Angesichts dieser „Gemengelage“, die von engagierten Waldbauern und Verbandsvertretern bei zahlreichen Gesprächen den politisch Verantwortlichen vor Ort wie in Düsseldorf vermittelt werden konnte, haben zwischenzeitlich auch die Koalitionsparteien in Düsseldorf Gesprächsbereitschaft signalisiert. (jen)

Erfahren Sie mehr darüber auf vier Seiten TASPO extra Weihnachtsbaum der aktuellen TASPO Ausgabe 36/2013.