Grüne Branche

„Nur soviel, wie der Wald verkraften kann“

Festveranstaltung 300 Jahre Nachhaltigkeit Kaum ein anderes Wort wird heutzutage so inflationär benutzt, wenn es um ein positives Leitbild und einen verantwortungsvollen und ökonomischen Umgang mit Ressourcen geht. Dabei ist Nachhaltigkeit keine Erfindung eines modernen globalisierten Lebens - der Begriff und sein Inhalt wurde schon vor 300 Jahren in der Forstwirtschaft geprägt …

Grund genug für den Forstwirtschaftsrat (DFWR) und die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), das Jubiläum ausgiebig und in großem Rahmen in Berlin zu feiern.

„Schlage nur so viel Holz ein, wie der Wald verkraften kann! So viel Holz, wie nachwachsen kann!“ zitierte Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Festakt vor etwa 350 geladenen Gästen den sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz. Dieser hatte 1713 aufgrund massiver Holznot, verursacht durch den Berg- und Städtebau, in seinem Werk „Sylviculutura oeconomica“ die Forderung aufgestellt, dass Holzentnahmen aus den Wäldern wieder durch Aufforstungsmaßnahmen und Neupflanzungen von Bäumen für einen zukunftsfähigen Umgang mit der Ressource ausgeglichen werden sollte.

Dieses Nachhaltigkeitsprinzip wurde zu einem Leitbild der Forstwirtschaft und zum Inbegriff ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte. „Was wir heute tun, darf unseren Kindern und Enkeln die Chance auf ein Leben in Wohlstand und einer intakten Umwelt nicht schmälern,“ so Merkel. Deshalb müsse man wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, soziale Verantwortung und den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen miteinander verknüpfen. Nachhaltigkeit sei zu einem Überlebensprinzip für diesen Erdball geworden.

Waldklimafonds: Mittel auf der Streichliste

Neben so viel Jubel und Feierstimmung kommt aber auch Kritik auf. Der vor 2 Jahren eingerichtete Waldklimafonds steht auf der Streichliste der Bundesregierung. Der Fonds war von Fachleuten aus der Forstwirtschaft zusammen mit dem Bundeslandwirtschafts- und dem Bundesumweltministerium ins Leben gerufen worden, um die Folgen des Klimawandels für die Waldökosysteme und die Waldbesitzer abzufangen und Strategien und Maßnahmen zur Anpassung der Waldbestände zu unterstützen. Für 2013 sollen die Mittel des Waldklimafonds um satte 75 Prozent von 28 auf 7 Millionen Euro wegen des Preisverfalls beim Emissionshandel zusammengestrichen werden. „Wenn die Waldeigentümer nicht bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützt werden, wird die Vitalität der Wälder leiden. Das hätte fatale Folgen für uns alle!“ erklärte Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer.

Lesen Sie den ganzen Artikel in Ausgabe 05/ 2013 Deutsche Baumschule.