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Oberösterreich verbietet Bestattung in Gewässern

Neue Formen der Bestattung – wie etwa im Wasser – werden auch in Österreich immer häufiger. Schon bald könnte es einen „Bestattungstourismus“ in diesem Bereich geben, denn das Bundesland Oberösterreich verbietet künftig Wasserbestattungen, in Niederösterreich seien Wasserbestattungen dagegen gestattet, solange der zuständige Bürgermeister einwilligt.

Laut einem ORF-Bericht waren in Oberösterreich immer mehr Bürgermeister mit derartigen Anfragen konfrontiert. Gemäß einem Rechtsgutachten des Landesverfassungsdienstes sei eine solche Bestattung aber keine „langfristige Aufbewahrung“ und deshalb nicht gesetzeskonform.
Vor allem die Donau wurde in den vergangenen Jahren als letzte Ruhestätte immer beliebter. Laut ORF liegt zwar eine Bewilligung des Bundes als Flusseigentümer vor, die Gemeinden waren aber unsicher, wie das Leichen- und Bestattungsgesetz des Landes Oberösterreich auszulegen ist. Dieses verlange bei einer Beisetzung außerhalb eines Friedhofes, dass die Umstände und der Ort eine pietät- und würdevolle Behandlung der Urne erwarten lassen.
„Ich empfinde es als eine Frechheit, dass der letzte Wille eines Verstorbenen derart mit Füßen getreten wird“, war Karl Lindorfers erste Reaktion auf den Bescheid der Landesregierung, Flussbeisetzungen in der Donau wären gesetzeswidrig. Wie der Kurier berichtete, gründete der Mühlviertler Bestatter im Sommer 2011 die Firma „Danubia Flussbestattungen“. Vorab vernahm Lindorfer auch von der oberösterreichischen Bestatterfachgruppe Zuspruch für seine alternative Bestattungsidee.
Trotz diffuser Gesetzeslage entschloss er sich, diese Idee zu verwirklichen. So lange das Gesetz zur Begutachtung beim Verfassungsdienst lag, führte Lindorfer in Kooperation mit einem Ausflugsschiffunternehmen aus Obermühl insgesamt vier Beisetzungen an der Schlögener Schlinge durch. Die Bewilligung erteilte der zuständige Bürgermeister von Niederkappel, Rudolf Kehrer: „Mir ist der Respekt vor dem letzten Willen wichtiger als eine unklare Gesetzeslage.“
Möglicherweise weichen manche Oberösterreicher nun in Zukunft in das Nachbarbundesland Niederösterreich aus.– fk

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