Grüne Branche

Obst aus guter Schule

Geschmackvolle Tour zum Thema Obst
„Gutes Obst kommt aus guter Schule“ – so das Thema der ersten Journalistenreise vom 30. September bis 2. Oktober 2012, zu der der Bund deutscher Baumschulen (BdB) Medienvertreter nicht nur auf die Vitaminspur lockte.

Der Kern der Obstreise war die Frage, wie gesundes Obst entsteht. Im zweitägigen Zeitraffer gab es viele Informationen – vom Aufbau eines Apfelbaums bis zu Qualität bei der Anzucht gesunder Gehölze, von Obstbaumgeschichte bis zu Absatzformen im Überblick. Um die Journalisten verschiedener Medien, allen voran der Publikumszeitschriften, anzusprechen, erschienen die Programmpunkte gut gewählt. Trotz Infovielfalt sollte das Genießen schließlich nicht zu kurz kommen. Für die Organisation der Reise zeichnete die Agentur Nedwork (Düsseldorf) verantwortlich, die auch die BdB-Imagekampagne konzipiert hat. Die Tour startete in „Nordeuropas größtem Obstgarten“, wie sich das Alte Land gern selber nennt, mit seiner fast 700-jährigen Obstbau-Tradition.

Obstbau ist wichtigster
Erwerbszweig
„Erleben Sie, wie gutes Obst entsteht“, wirbt das Alte Land übrigens auch in seinen Tourismus-Informationen. Das fruchtbare Marschengebiet südlich der Elbe vor den Toren Hamburgs bietet Obstplantagen, so weit das Auge reicht. Der Obstanbau auf den rund 900 Obsthöfen ist der bedeutendste Wirtschaftszweig der Altländer. Auf 90 Prozent der Flächen im Alten Land werden Äpfel angebaut. Und die Gastronomie bietet das „leckerste Apfelmus“, mit Äpfeln gefüllten Braten und zum Aufwärmen heißen, naturtrüben Saft mit Obstler-Schuss. Gibt es eine nachhaltigere Werbung für Obst?

Gebündelte Kompetenz
in Sachen Obst
Die Obstbauversuchsanstalt (OVA) in Jork stand natürlich mit auf dem Programm. Sie gehört zusammen mit dem Obstbauzentrum Jork zum Kompetenzzentrum für den Obstbau in Norddeutschland. (...) Forschung und Beratung gehen im Obstbau an der Niederelbe Hand in Hand: Seit 1935 existiert die Obstbauversuchsanstalt, die sich mit den Kern- und Steinobstsorten befasst: mit Unterlagen, Pflanzsystemen, Pflanzenschutz und -ernährung, Lagerung, Technik und vielem mehr. Seit 1929 besteht der Obstbauversuchsring (OVR) des Alten Lands, der ein vielschichtiges Beratungsprogramm bietet.

Nur beste Qualitäten haben Erfolg
Dr. Rolf Stehr, wissenschaftlicher Leiter des Versuchsgartens Esteburg, vermittelte einen raschen Überblick über den Obstanbau in Deutschland, der sich auf vier große Anbaugebiete konzentriert: in Norddeutschland (Niederelbe), im Rheinland, in den neuen Bundesländern und am Bodensee. Die Bedeutung des Anbaugebiets Niederelbe machen folgende Zahlen deutlich: Im Jahr 2000 stammten 28 Prozent der deutschen Apfelproduktion von hier. Das entspricht 320.000 Tonnen von insgesamt 811.000 Tonnen.

88 Prozent Apfel, 5,8% Süßkirschen, 3,4% Birnen, 2% Pflaumen und weniger als 1% Sauerkirschen – so stellte sich das Verhältnis der Obstarten an der Niederelbe im Jahr 2007 dar. (...) Das Apfelsortiment an der Niederelbe führt mit rund 29 Prozent der ‘Elstar’ an. ‘Jonagored’ liegt bei 17%, ‘Jonagold’ bei 8,6% und ‘Redprince’ bei 8%, ‘Braeburn’ ist mit 7,7% dabei, der ‘Holsteiner Cox’ mit 7,5% und ‘Boskoop’ mit 7,1%. Fruchtqualität (Geschmack, Festigkeit, attraktives Aussehen), Fruchtgröße über 70 mm, möglichst langer Angebotszeitraum, Ertragssicherheit und Baumgesundheit sind die vorrangigen Züchtungsziele – und Selektionsziel bei Apfel. In überversorgten Märkten können nur mit bester Qualität neue Marktanteile erobert werden, so das Fazit von Dr. Stehr.

Den ganzen Artikel mit vielen weiteren Informationen lesen Sie in Ausgabe 11/ 2012 Deutsche Baumschule.