Obst: durchwachsene Saison 2021

Veröffentlichungsdatum: , Sven Weschnowsky / TASPO Online

Bei Kirschen sorgten vor allem Importe aus der Türkei für einen hohen Preisdruck. Foto: JillWellington/ Pixabay

Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) hat die vergangene Obsternte im Jahr 2021 unter die Lupe genommen. Witterungsextreme haben demnach die Ernte deutlich geschmälert, davon profitierte hauptsächlich Importware.

Importware sorgte für erhöhten Preisdruck

Besonders in den südlichen Anbauregionen Deutschlands sorgte das kalte Frühjahr 2021 bei etlichen Obsterzeugern für erschwerte Bedingungen und Ertragsverluste. Auch das unbeständige Wetter über den Sommer hinweg trug dazu bei, dass Erträge geringer ausfielen und qualitativ litten. Davon profitierte zum Teil die Importware. Wie AMI am Beispiel von Süßkirschen verdeutlicht, drängte parallel zum deutschen Saisonstart preisgünstige türkische Ware mit voller Wucht auf die Märkte. Erst in der Spätphase konnten vor allem norddeutsche Erzeuger ihre Ware zu akzeptablen Preisen vermarkten. Bei Heidelbeeren wiederum waren es polnische, serbische oder rumänische Waren, die auf den deutschen Markt drängten und für Preisdruck sorgten, was letztendlich dazu führte, dass die Ertragsverluste bei einigen Beeren- wie auch Steinobstarten nicht kompensiert werden konnten.

Geringere Ernte in ganz Europa

Insgesamt schätzt AMI die Obsternte hierzulande rund 6 Prozent schwächer ein, als noch im Vorjahr. Dennoch seien die Einschnitte in Deutschland im Vergleich zu anderen, vor allem südeuropäischen Ländern noch relativ moderat ausgefallen. Auf die gesamte EU gesehen werden die Einschnitte rund 5 Prozent betragen. Mit Ausnahme von Äpfeln, Melonen und einigen Beerenobstarten betrifft das Minus alle wichtigen Arten. Von den Frachtengpässen sei für die Verbraucher im vergangenen Jahr allerdings kaum noch etwas zu spüren gewesen. Auch bei den Verbraucherpreisen sei zunächst wenig zu spüren gewesen, exotische Waren und Südfrüchte seien sogar niedriger als im Vorjahr gewesen, einzig Papayas seien im Vergleich mit 2020 im Preis gestiegen.

Zahlreiche Herausforderungen für 2022

Abschließend gab AMI auch einen Ausblick, was die deutschen Obstproduzenten im Jahr 2022 erwartet, allen voran gilt die Erhöhung des Mindestlohns als eine der größten Herausforderungen. Besonders bei den handarbeitsintensiven Obstkulturen werden hier enorme Kostensteigerungen zu erwarten seien. Auch die steigenden Energie-, Rohstoff und Düngemittelpreise stellen die Erzeuger vor Herausforderungen.