Grüne Branche

Obst und Gemüse auf der Überholspur: Landgard legte die Zahlen für die ersten fünf Monate vor

Noch relativ gute Umsätze brachte die Frühjahrssaison in diesem Jahr für den Vermarkter Landgard. Über die aktuelle Situation berichtete Vorstandsvorsitzender Willi Fitzen bei der Vertreterversammlung der Landgard-Genossenschaft vergangene Woche in Geldern. Der gesamte Konzern erwirtschaftete demnach einen Umsatz von 625 Millionen Euro in der Zeit von Januar bis Ende Mai. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 16 Millionen Euro oder drei Prozent. Den größten Anteil daran hatte wie immer der Bereich Landgard Blumen und Pflanzen mit 501 Millionen Euro, und damit zwölf Millionen oder zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Die größere Steigerung konnte der Bereich Landgard Obst und Gemüse hinlegen, der in den ersten fünf Monaten des Jahres 2008 rund 124 Millionen Euro erwirtschaftete, ein Plus von vier Prozent oder fünf Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahlen sind sicherlich vom Umsatz her relativ gut, ordnete Fitzen die abgelaufene Saison ein. Dies vor allem, wenn man den schwierigen Witterungsverlauf im April berücksichtigt. Vor allem aber bleibt die Situation im Gartenbau aktuell in vielen Bereichen sehr schwierig, sagte er. Was genau ein Vermarkter wie Landgard bei der jetzigen Marktsituation an Einfluss nehmen kann, sei aufgrund der europäischen Situation nicht mit dem rigiden Vorgehen von Milchbauern gegen Molkereien zu vergleichen. Gärtner könnten eben nicht wie Milchbauern streiken und die Blumen wegwerfen, denn dafür sei die Marktposition mit einem Marktanteil von nur rund 15 Prozent grundsätzlich viel zu gering. Sofort würden viele andere der europäischen Nachbarn diese Chance nutzen und in kürzester Zeit in die Lücke springen. Anders als die Agrarmärkte habe sich der Gartenbau von jeher im freien Spiel der Marktkräfte ohne staatliche Unterstützung entwickelt. Bei einer derartigen Marktsituation wie momentan sieht Fitzen nur zwei mögliche Maßnahmen: einmal die Verbesserung der Strukturen, was sowohl für die Betriebe als auch für die Vermarktung gilt. Innerhalb dieser Strukturen müssten Gärtner und Vermarkter für so gute Bedingungen sorgen, dass sie in enger Partnerschaft mit den Kunden unverwechselbar und nicht beliebig austauschbar werden. Die Rahmenbedingungen wie Energiepreise, die Erntehelferregelung oder die Harmonisierung der Pflanzenschutzmittel in Europa seien dagegen Faktoren, die ein Vermarkter nicht unmittelbar beeinflussen kann. Auf der zweiten Seite hält Landgard aber vor allem Anstrengungen für nötig, um die eigene Marktposition für die Mitglieder zu verbessern, indem sie ihren Förderauftrag erfüllt und die bestmögliche Vermarktung der Produkte anstrebt. Beispiele für aktuell anstehende Aufgaben sind regionales Marketing für Obst und Gemüse, Exportanstrengungen mit weiteren Ländergesellschaften, weitere Optimierung im Logis-tik- und IT-Bereich und direkte Unterstützung der Betriebe durch Beratung sowie Siedlungsprojekte an Abwärmestandorten. Landgard strebt nach den Worten Fitzens für das Jahr 2008 ein organisches Wachstum von drei bis fünf Prozent an. Gleichzeitig sollen intensiv die Möglichkeiten für weitere Firmenübernahmen und Beteiligungen geprüft werden, um die Marktposition zu stärken und die Kosten zu senken. Davon biete der Topfpflanzenvertrieb bei der weiteren Konzentration auf der Abnehmerseite im Handel für die Zukunft die größten Entwicklungsmöglichkeiten, so Fitzen.