Grüne Branche

Obst und Gemüse: Ernte schwankt unter Wetterextremen

, erstellt von

Den Obst- und Gemüseerzeugern macht die unbeständige Witterung zu schaffen. Ob Starkregen, Hagel oder feuchtwarmes Wetter, in manchen Kulturen drohen Ernteverluste. Der Deutsche Bauernverband (DBV) geht dennoch von mäßigen bis guten Ernteergebnissen aus.

Im vergangenen Jahr noch Problemkind im Gartenbau ist der Apfel, der Erntemenge nach betrachtet, wieder auf dem aufsteigenden Ast.

Schwüles Wetter lässt Schädlingspopulation wachsen

Bei schwülem Wetter gedeihen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten besonders gut und so mussten Landwirtschaft und Gartenbau in manchen Kulturen häufiger zu Pflanzenschutzmitteln greifen. Schäden sind bei unbehandeltem Obst, Gemüse, bei Kartoffeln und Wein vor allem durch pilzliche Erreger wie den Falschen Mehltau oder die Kraut- und Knollenfäule zu verzeichnen sowie durch Schadinsekten wie die Kirschfruchtfliege und die Kirschessigfliege. Nicht nur für den Obst- und Gemüsebau, sondern für den gesamten Ackerbau benötigen die Landwirte eine ausreichende Palette an Wirkstoffen für Pflanzenschutzmittel, auch um der Entstehung von Resistenzen durch Wirkstoffwechsel vorzubeugen", betonte DBV-Chef Joachim Rukwied.

Auch die Wetterextreme gingen nicht spurlos an der Obst- und Gemüseproduktion vorbei. Zwar lägen die Hagelschäden noch unter dem Durchschnitt der Vorjahre, dafür seien aber alleine im vorderpfälzischen Gemüsebau mehr als 800 Hektar Produktionsfläche überschwemmt gewesen. Die Folge: Totalausfall der Ernte in Kulturen wie Salat oder Blumenkohl.

Obsternte: Äpfel stärker, Beeren schwächeln

DBV-Präsident Rukwied geht davon aus, dass die Apfelernte um rund acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 1,052 Millionen Tonnen ansteigen wird. Auf die gesamte EU gesehen jedoch soll die Apfelernte um drei Prozent auf 12,3 Millionen Tonnen schrumpfen.

Auch die Erdbeerernte wird niedriger als im Vorjahr ausfallen. Hier gehen Experten von einem Schwund von zehn Prozent aus. Wobei hauptsächlich die süddeutschen Anbaugebiete unter Kirschessigfliege und Fäulnis litten, begünstigt durch schwül-warmes Wetter. Bei den Beerenkulturen hat der Problemschädling besonders gewütet, weshalb die Ernteerwartungen unter dem Vorjahr liegen.

Gemüseernte: Spargel mit leichten Verlusten, Salate im grünen Bereich

Die Spargelernte ging in diesem Jahr von 113.600 auf 110.000 Tonnen leicht zurück, während die Preise eine echte Berg- und Talbahnfahrt erlebten. Ordentlich läuft laut DBV die Salaternte. Hier dominieren für alle Sorten Erntemengen, die im Durchschnitt der Vorjahre liegen und auch die Preise entwickeln sich ordentlich.

Für die Weinernte könne noch keine Einschätzung getroffen werden, so Rukwied.