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Obst und Gemüse: Erntebilanz geprägt von Wetterextremen

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2019 war erneut ein schwieriges Jahr für den Obst- und Gemüsebau in Deutschland mit extremen Herausforderungen bei extremen Witterungsverhältnissen. Im Obst- und Gemüsebau führte die Trockenheit auch in diesem Jahr zu höheren Kosten durch die Bewässerung der Kulturen, informiert der Deutsche Bauernverband (DBV).

Wie bei einigen anderen Gemüsekulturen ist auch bei Salaten in diesem Jahr infolge der Hitze mit einer kleineren Ernte zu rechnen. Foto: Deyan Georgiev/Fotolia

Durchschnittlich ist demnach auch in diesem Jahr allein von Bewässerungskosten in Höhe von zehn Prozent des Umsatzes auszugehen. Neben den regionalen Extremwetterereignissen hatten viele Obst- und Gemüsebau-Betriebe dem Bauernverband zufolge auch in diesem Jahr Probleme, genügend Saisonarbeitskräfte aus Polen, Rumänien und Bulgarien zum Einbringen der Ernte zu gewinnen.

Ernte von Gemüse beginnt bei fast allen Kulturen früher als 2018

Beim Gemüse war es für das Wachstum teilweise zu heiß mit entsprechenden Ertragsrückgängen. Die Erntesaison 2019 begann bei fast allen Kulturen früher als im vergangenen Jahr, allerdings verzögerte sich dann im April und Mai das Wachstum durch die kühleren Temperaturen wieder, resümiert der Bauernverband. Stark- und Extremniederschläge haben vielen Gemüsekulturen auch in diesem Jahr wieder zugesetzt. Und auch die Hitzetage haben Spuren hinterlassen, die Trockenheit war für die Betriebe bei der Bewässerung der Kulturen wieder eine große Herausforderung.

Für Spargel war es über weite Teile eine ausgeglichene Saison, wenn auch im April und Mai witterungsbedingt die Menge geringer war. Insgesamt war die diesjährige Spargelsaison durch einen sehr frühen Beginn gekennzeichnet, der dann aber durch die folgende, zu kühle Witterung ins Stocken geraten ist. 2019 war damit eine der längsten Spargelsaisons. Im Vergleich zum Vorjahr ist bundesweit von einer etwas niedrigeren Erntemenge von vorläufig geschätzten 130.000 Tonnen auszugehen, allerdings bei einer leichten Flächeneinschränkung. 2018 betrug die Erntemenge 133.000 Tonnen.

Hitzebedingt geringere Ernte bei Salaten zu erwarten

Bei Zwiebeln ist dem Bauernverband zufolge von einer Erntemenge von knapp 500.000 Tonnen auszugehen, und die Möhrenernte dürfte die rund 625.000 Tonnen aus dem schwachen Vorjahr etwas übersteigen. Bei Weiß- und Rotkohl zeigt sich ein sehr differenziertes Bild. Schwache Standorte ohne Bewässerung zeigen dabei Ertragsdepressionen. Insgesamt ist aber von einer guten Kohlernte in diesem Jahr auszugehen. Bei Salaten, Kopfsalat, bunten Salaten und Eissalat ist eine gleichmäßige, wenn auch hitzebedingt kleinere Ernte zu erwarten.

Infolge der extremen Witterungsverhältnisse beschleunigte sich in diesem Jahr die Abreife des Baumobsts. Bei Äpfeln wird in diesem Jahr eine gute Ernte erwartet. So ist in Deutschland von rund 912.000 Tonnen auszugehen – rund 24 Prozent weniger als bei der sehr großen Ernte im Vorjahr von 1.199.000 Tonnen im Vorjahr.

Erdbeeren und Steinobst: Erntemengen dürften meist geringer ausfallen

Bei Süßkirschen wird in diesem Jahr mit rund 48.000 Tonnen etwas mehr erwartet als 2018 mit 44.200 Tonnen. Und die Sauerkirschenernte 2019 liegt geringfügig unter der Ernte des vergangenen Jahrs (15.900 Tonnen) und dürfte in dieser Saison bei 15.000 Tonnen liegen, so der Bauernverband. Bei Pflaumen und Zwetschen wird nach der großen Ernte im vergangenen Jahr mit 61.200 Tonnen eine leicht unterdurchschnittliche Ernte von etwa 46.000 Tonnen erwartet. Bei Mirabellen wird 2019 von einer Erntemenge von rund 5.500 Tonnen ausgegangen.

Die Erdbeersaison war witterungsbedingt auch in diesem Jahr schwierig. Die hohen Temperaturen ab Juli waren für die Kulturführung schwierig, zuvor war es meist zu kühl mit einer zu knappen Marktversorgung. Gegenüber dem Vorjahr sind mengenmäßig eine etwas geringere Erntemenge von rund 140.000 Tonnen nach 142.000 Tonnen im Jahr 2018 zu erwarten.