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Obstbau: neue Sondergebiets-Verordnung für Altes Land

Der Bund hat diese Woche eine neue Sondergebiets-Verordnung für den Obstbau im Alten Land erlassen. Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer bezeichnete die unbefristet geltende Regelung als eine „beispielhafte Versöhnung von Umweltschutz und Landwirtschaft“. 

Für die Obstbauern im Alten Land gilt eine neue Sondergebiets-Verordnung. Foto: Tourismusverein Altes Land

Meyer: neue Sondergebiets-Verordnung hat zwei Gewinner

„Die nun nach einem zweijährigen, intensiven und konstruktiven Dialogverfahren zwischen Umweltverbänden, Landwirtschaft und Politik gefundene Lösung hat zwei Gewinner“, erklärt Meyer. „Die Obstbauern haben eine langfristige Perspektive, die Umwelt im Alten Land wird nachhaltig aufgewertet und profitiert von strikteren Regeln bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Der Obstbau im Alten Land bekommt eine ökologische Transformation.“

Die neue, unbefristet geltende Sondergebiets-Verordnung ersetzt die bisherige Regelung, die dieses Jahr ausgelaufen war. Sie verliert ihre Gültigkeit allerdings für Betriebe, die sich nicht an die darin genannten Vorgaben und Verpflichtungen etwa zur Gewässergüte halten. Die Einhaltung der neuen Sondergebiets-Verordnung soll den Angaben zufolge regelmäßig überprüft werden. Dazu sollen verstärkt Kontrollen im Alten Land stattfinden.

Obstbauern im Alten Land verpflichten sich zu mehr Ökologie

„Die Obstbauern verpflichten sich zu einem geringeren Pflanzenschutzmitteleinsatz, einer ökologischen Aufwertung der Gewässer und zu mehr ökologischem Landbau“, so Agrarminister Meyer. Ein ökologisches Gebietsmanagement und Maßnahmen zur Verbesserung von Wasserqualität, Flora und Fauna seien künftig „ganz oben auf der Agenda“.

Meyer zufolge müssen neben einem Gebietsmanagementplan mit der Entwicklung von sogenannten Refugialgewässern künftig jährlich Berichte über die positive Entwicklung im Alten Land an die Bundesbehörden übermittelt werden.

Striktere Auflagen für Pflanzenschutzmitteleinsatz

Eine Sondergebiets-Verordnung ist aufgrund der im Alten Land bestehenden hohen Gewässerdichte notwendig. Striktere Auflagen gelten künftig auch für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. So muss unter anderem die Abdrift durch technische Maßnahmen wie etwa Tunnelsprühgeräte verhindert werden.

Die südliche Unterelberegion mit dem Alten Land bildet Nordeuropas größtes geschlossenes Obstanbaugebiet. Das Alte Land beginnt direkt hinter Finkenwerder und erstreckt sich entlang der Elbe bis zur Hansestadt Stade. Gen Süden reicht das Alte Land fast bis an Buxtehude heran. (ts)