Grüne Branche

Obstbautag in Neu-Seddin

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Die Fachgruppe Obstbau im Gartenbauverband Berlin-Brandenburg (GVBB) tagte zu Beginn des Jahres in Neu-Seddin. Nicht nur die regionale Herkunft von Obst, sondern auch der prägende Beitrag von Obstanlagen im Landschaftsbild stünden nach wie vor an oberster Stelle der Verbrauchergunst.

Die Obstproduzenten Brandenburgs zogen auf dem Obstbautag Bilanz. Foto: lumix2004 / Pixabay

Enges Zusammenspiel von Politik, Wissenschaft und Praxis

Um vorhandene Betriebsstrukturen zukünftig zu sichern und auch weiter auszubauen, bedarf es laut GVBB-Mitteilung eines engen Zusammenspiels von Politik, Wissenschaft und der obstbaulichen Praxis. Demnach sehe der Verband weniger die Optimierung der Absatzstrukturen in der Priorität, wie es die Verbrauchernachfrage als auch das Agieren der ansässigen Erzeugerorganisationen in Brandenburg zeigen, sondern vielmehr gelte es, die Obstbaubetriebe selbst in ihrer Handlungsfähigkeit zu festigen und zukunftsfähig zu machen. Dabei erachtet es der Verband als positiv, die Obstbauversuchsstation Müncheberg wiederzubeleben. Darüber hinaus wird die einzelbetriebliche Investitionsförderung mit der Förderung von Technik im Außenbereich, zur Bewässerung und für Maßnahmen zum Frostschutz als insgesamt positiv bewertet und von den Betrieben rege in Anspruch genommen.

Regionalsiegel soll eingeführt werden

Die ansässigen Obstbaubetriebe bewerten es als insgesamt sehr positiv, dass die neue Landesregierung die Einführung eines Regionalsiegels plane. Auch dem verstärkten Ausbau der ökologischen Produktion bei Obst und Gemüse stünden die Betriebe positiv gegenüber. Hierbei sollte allerdings beachtet werden, dass Umstellungen auch zukünftig der Königsweg gegenüber Neugründungen sein sollten. Als Grundlage müssten dann aber auch genügend viele starke Betriebe mit Integrierter Produktion (IP) vorhanden sein. Beim Apfel liege der Öko-Anteil bezogen auf die „Anbau“-Fläche schon jetzt bei 23 %. Problematisch sei aber, dass auf weniger als einem Viertel der Fläche überhaupt nennenswerte Mengen erzeugt werden. Die Obstbaubetriebe des Verbandes mahnen daher an, die Gestaltung verlässlicher Rahmenbedingungen für IP-Betreibe nicht aus den Augen zu verlieren.

Kein Hilfsprogramm für Frostschäden

Trotz vieler positiver Entwicklungen sei es dennoch nicht gelungen, nach den immensen Frostschäden des vergangenen Jahres überhaupt ein entsprechendes Hilfsprogramm zum Ausgleich der Schäden in Gang zu setzen. Der Erlösausfall von rund 3,8 Millionen Euro werde von den Brandenburger Obstbaubetrieben dringend für den Winterschnitt sowie für Betriebsmitteleinkäufe benötigt, um die Grundlagen für ein ertragreiches Jahr 2020 zu legen. Fachgruppenvorsitzender Thomas Bröcker betone darüber hinaus, dass Obstbau in Brandenburg in seiner jetzigen Form bereits gelebte Biodiversität sei. Zahlreiche Insektenarten fänden in den Dauerkulturen ihre Heimat, selbst auf der Roten Liste geführte Schmetterlingsarten seien in den Obstanlagen zu finden. Auch hier sehe Bröcker die neue Landesregierung in der Pflicht, die Blühstreifenförderung für Dauerkulturanlagen zu ermöglichen. Das Blühstreifenprogramm solle nicht nur für die Landwirtschaft gelten, sondern auch für den Gartenbau zur Geltung und Anwendung kommen.